Nach US-Arbeitsmarktdaten
Euro baut Kursgewinne aus

Der Euro hat seine Kursgewinne am Freitag nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für Juni zeitweise bis über 0,8470 Dollar ausgebaut.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat seine Kursgewinne am Freitag nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für Juni zeitweise bis über 0,8470 Dollar ausgebaut. Im Verlauf des Handels bröckelte der Kurs jedoch wieder etwas ab. Ein überraschend starker Rückgang der US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 114 000 Stellen und Spekulationen über mögliche Euro-Stützungskäufe hatten nach Händlerangaben eine Erholung der Gemeinschaftswährung von ihrem tiefsten Stand seit Oktober 2000 eingeleitet. Neben den Daten führten Händler auch Eindeckungen von Positionen im Vorfeld des Treffens der Finanzminister der Siebenergruppe der führenden Industrienationen (G-7) am Samstag in Rom als Grund für den Anstieg an.

Gegen 17.45 Uhr MEZ notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,8463/68 Dollar nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 0,8384 Dollar ermittelt hatte. Optimistischere Einschätzungen der US-Konjunktur hatten den Euro in der Nacht zum Freitag mit 0,8349 Dollar auf den tiefsten Wert seit seinen Rekordtiefstständen vom Oktober vergangenen Jahres 2000 gedrückt. Viele Investoren hatten erwartet, dass sich die US-Wirtschaft rascher erholen wird als die der Euro-Zone. Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten signalisierten nach Analysteneinschätzung jedoch, dass die Erholung der US-Konjunktur möglicherweise doch noch nicht in Sicht sei.

Das US-Arbeitsministerium hatte von einem Stellenrückgang außerhalb der Landwirtschaft von 114 000 nach einem Plus von 8 000 (revidiert von minus 19 000) im Vormonat berichtet. Die Erwerbslosenquote nannte das Ministerium mit 4,5 (4,4) Prozent. Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Anstieg der Arbeitslosenquote im Juni auf 4,6 Prozent und einen weiteren Rückgang der Beschäftigtenzahl um 44 000 vorausgesagt. Analysten waren überrascht von dem hohen Stellenabbau, schlossen aber zum Teil eine Konjunkturbelebung in den Sommermonaten nicht aus. Sie sind sich daher auch nicht sicher, ob die US-Notenbank (Fed) die Leitzinsen bei ihrem Treffen am 21. August erneut senken wird.

Stuart Hoffman vom Haus PNC Capital Markets in Pittsburgh sagte: "Der Bericht ist schwächer als erwartet. Es gibt aber keine Beschleunigung der Lohn-Inflation. Das sollte der Fed ein gutes Gefühl geben". Er sei aber nicht überzeugt, dass es beim Treffen der Fed im August eine Zinssenkung geben werde. Die Beschäftigung zähle zu den nachlaufenden Indikatoren. Er wäre nicht überrascht, wenn sich die Wirtschaft in diesem Sommer erhole, fügte er hinzu. Alex Beuzelin von Ruesch International sagte: "Die Zahlen sind etwas negativ. Möglicherweise dient der Dollar vorübergehend als Katalysator für eine Korrektur, aber ich glaube nicht, dass dies in eine dauerhafte Erholung des Euro einmündet."

Die Finanzminister der führenden Industrienationen (G-7) wollen nach Informationen aus G-7-Kreisen bei ihrem Treffen am Samstag in Rom mehr Optimismus hinsichtlich der weltwirtschaftliche Lage demonstrieren als noch im April. Dies gelte besonders mit Blick auf die US-Wirtschaft, hieß es in den Kreisen am Freitag. Zugleich dürften die G-7-Minister aber ihre Wachstumserwartungen für die Euro-Zone nach unten revidieren, während sich ihre Inflationsprognose verbessern werde. Zur G-7 gehören Deutschland, die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Händlern zufolge waren am Markt vor der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten Spekulationen aufgekommen, die Europäische Zentralbank (EZB) oder sogar die Notenbanken der gesamten Siebenergruppe (G-7) könnten zur Stützung des Euro in den Markt eingreifen. Die EZB lehnte indessen eine Stellungnahme zu den Spekulationen ab.

Zur japanischen Währung kostete die US-Valuta 125,84/94 Yen nach einer New Yorker Eröffnung mit 125,95/03 Yen. Die höhere Bewertung des Dollar im Vergleich zum Yen begründeten Händler mit der Ablehnung des japanischen Vize-Finanzministers Haruhiko Kuroda, etwas gegen die Yen-Schwäche zu unternehmen.

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