Nach US-Bilanzregeln steht die Telekom im Plus
Telekom-Zahlen sind reine Standpunkt-Frage

Das erste Mal seit ihrer Gründung schreibt die Telekom für 2001 rote Zahlen - oder auch nicht. Es kommt sehr auf die Bilanzierungsregeln an, wie Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick am Dienstag in Bonn deutlich machte.

WiWo/ap BONN. Nach deutschem Bilanzrecht hat das Unternehmen im vergangenen Jahr trotz kräftig steigender Umsätze 3,5 Milliarden Euro Verlust zu verbuchen. Das liegt vor allem an hohen Abschreibungen für den Kauf der US-Mobilfunkgesellschaft VoiceStream und für die teuren UMTS-Lizenzen.

Die Telekom muss aber als in New York börsennotiertes Unternehmen auch eine Bilanz nach US-Regeln vorlegen. Nach den am Dienstag in den USA eingereichten offiziellen Zahlen ergibt sich ein positiver Konzernüberschuss für 2001 von 523 Millionen Euro, wie Eick mitteilte. Grund sei unter anderem, dass in den USA Abschreibungen auf Grundstücke nicht erlaubt seien, wie sie in Deutschland als Wertkorrektur nach unten für Wirbel gesorgt hatten. Auch dürften nach amerikanischen Regeln die Kosten der UMTS-Lizenzen erst ab Inbetriebnahme der Netze als Negativposten in der Bilanz auftauchen. Insgesamt würden immaterielle Werte in den USA anders behandelt als in Deutschland.

Die Bilanzgröße "Konzernjahresüberschuss" werde von einer Vielzahl von Faktoren bis hin zu nationalen Vorschriften beeinflusst, resümierte Eick und empfahl den Cash-Flow als aussagekräftigere Größe für die Beurteilung eines Unternehmens. Vor allem in den angelsächsischen Ländern ist diese Betrachtung seit langem gebräuchlich.

Der Cash-Flow gibt wieder, was an Geld in die Firmenkasse fließt oder - falls negativ - was an Barem verloren geht. Er zeigt nach Einschätzung von Experten genauer als der in der Bilanz ausgewiesene Überschuss, wie es um die Ertragskraft bestellt ist und welche Mittel zur Verfügung stehen, um Schulden zu bezahlen und in neue Vorhaben zu investieren, die später hoffentlich mehr Geld bringen.

Betrachte man den Cash-Flow, stehe die Telekom nicht so schlecht da, betonte Eick. Der operative Cash-Flow sei im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro gestiegen, der Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit, das heißt abzüglich Zinsen, um 19 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro.

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