Nach US-Stars
Börse bietet auch niederländische Aktien an

Nach ihrem erweiterten Handelsangebot für amerikanische Aktienwerte will die Deutsche Börse nun auch holländische Papiere anbieten. "Als nächster Schritt im Rahmen des Global Markets Concept soll im vierten Quartal ein Segment für niederländische Werte folgen", teilte die Börse am Montag in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Es seien bereits Betreuer für diese Initiative gefunden worden. Am Montag hatte die Deutsche Börse ihr neues Angebot "US Stars" für den elektronischen Handel der 200 größten US-Titel gestartet. Marktteilnehmer äußerten sich zu diesem Segment noch verhalten, verwiesen zugleich jedoch darauf, dass es für eine aussagekräftige Einschätzung noch zu früh sei.

Mit der Möglichkeit zum Handel der rund 200 größten amerikanischen Aktienwerte auf ihrem elektronischen System Xetra sowie Optionen auf zehn US-Titel will die Börse ihre Internationalisierungs-Strategie vorantreiben und ihre Attraktivität steigern. "Mit diesem Angebot (den US Stars) wollen wir die führende Handelsplattform für US-Werte in der europäischen Zeitzone werden", sagte Börsen-Vorstand Volker Potthoff am Montag. Die Börse gewann als Betreuer für die "US Stars" unter anderem die beiden Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, die Preise stellen und für Liquidität sorgen. Hinzu kommen Betreuer extra für Privatanleger. Weiterer Anreiz soll sein, dass die Abwicklung der Transaktionen vereinfacht und zu günstigeren Preisen angeboten wird.

Der Index-Anbieter Dow Jones berechnet im Rahmen der "US Stars" seinen berühmten Index Dow-Jones-Industrial-Average bereits ab Handelseröffnung in Frankfurt, wobei es sich hierbei bis auf weiteres um einen eigenständigen, indikativen Index handelt, der nach Dow-Angaben mittelfristig in das New Yorker Vorbild übergehen könnte. Am Montag kletterte die Frankfurter Version des Dow-Jones bis zum Nachmittag - also vor Handelsbeginn an der Wall Street - um zwei Prozent auf 8385 Punkte, was Händler auf eine technische Reaktion auf die herben Verluste der US-Börsen in der Vorwoche zurückführten. Bisher lief der Großteil des Frankfurter Handels mit amerikanischen Aktien über den Präsenzhandel, und auch am Montag lagen die Volumen auf dem Parkett teilweise über denen im Xetra-System.

Einige Marktteilnehmer zeigten sich über die Erfolgschancen des neuen US-Angebots der Deutschen Börse skeptisch. "Ein Eigenleben des Segmentes ist nicht zu erkennen. Und dies wird sich auch nicht ändern", sagte ein Börsianer. Der Handel habe sich in erster Linie an der Tendenz der US-Futures orientiert, hieß es. Wichtigstes Element für die Entwicklung der US-Stars sei die Liquidität. Ohne Volumen seien die Aktien für Anleger nur bedingt attraktiv. "Man kommt dann nur schwer wieder aus den Werten raus", sagte ein Händler. "Außerdem gibt es nur selten überhaupt attraktive Kaufpreise", fügte er hinzu.

Die Börse bezeichnete die "US Stars" als "ersten Baustein" in ihrem Konzept für ein globales Handelsangebot. Die Institute Van der Moolen und AOT Stock Specialist seien bereits als Market Experts für den geplanten Handel mit niederländischen Papieren gewonnen worden, hieß es. Der zur Deutschen Börse gehörende Terminmarkt Eurex bietet den Angaben zufolge bereits acht niederländische Aktienoptionen an.

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