Nach US-Vorgaben
Europäische Börsen teils unter Druck

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen.

Reuters. Nach einem überwiegend positiven Start hätten Äußerungen des US-Notenbankchefs Alan Greenspan zur US-Konjunktur sowie daraufhin negativ tendierende US-Börsen die Märkte unter Druck gesetzt, sagten Händler. Greenspan hatte am Nachmittag (MEZ) nach einem vorab veröffentlichten Redetext vor dem Finanzdienstleistungs-Ausschuss des Repräsentantenhauses am Nachmittag (MEZ) gesagt: "Die Wirtschaft scheint sich auf einem Wachstumspfad deutlich unter ihrem langfristigen Produktivitätspotenzial zu bewegen".

Sollten allerdings die Kräfte für ein langfristiges Produktivitätswachstum weiter intakt bleiben, bliebe der Grad der konjunkturellen Abschwächung begrenzt.

Analysten deuteten dies als Zeichen dafür, dass die US-Notenbank die Zinsen vor der kommenden Sitzung des Offenmarktausschusses am 20. März nicht senken werde. Im Mittelpunkt des Geschehens standen an den meisten europäischen Handelspläte defensive Titel wie Versicherer- oder Finanzaktien, während Technologie- und Telekomwerte im Sog schwacher US-Börsen nachgaben.

Der technologielastige Nasdaq-Index notierte um 19.30 Uhr (MEZ) 1,27 % im Minus auf 2178 Zählern, der Der Dow Jones verlor 0,83 % auf 10548 Punkte. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag 0,55 % tiefer bei 4108 Punkten, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) 0,27 % im Minus bei 4321 Zählern lag.

LONDON - leichter

An der Londoner Börse haben Händlern zufolge die Vorgaben aus den USA vor allem Technologie- und Telekomwerte belastet. Im Aufwind lagen Finanzaktien. Der FTSE schloss 0,39 % schwächer auf 5917 Zählern. Die Schwergewichte Vondafone und British Telecom verbilligten sich um 2,3 beziehungsweise um 4,8 %. Unter den Technologiewerten gaben Logica 1,78 % nach.

ZÜRICH - Roche unter Druck

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch etwas höher geschlossen. Im Vordergung standen Kursverluste beim Schwergewicht Roche, nachdem das Unternehmen Analysten zufolge ein enttäuschenden Jahresergebnis vorgelegt hatte. Der SMI Index schloss 23,6 Zähler höher auf 7701,8, Punkten. Roche habe die Erwartungen nicht erfüllt, hiess es. Roche büssten 4,0 % oder 605 sfr ein auf 14 400 sfr. Nestle und Novartis hätten einmal mehr on ihrem Ruf als sichere Häfen profitiert und dabei den Markt gestützt und gewannen je rund zwei Prozent.

PARIS - France Telecom nach Aktienrückkauf schwach

In Paris tendierte sich die Börse im Sog der schwachen TMT-Werte (Technologie, Medien, Telekommunikation) niedriger. Der CAC40 verlor 1,29 % auf 5367,48 Punkte. Kräftige Verluste verbuchten France Telecom die sich um 6,57 % verbilligten. Zuvor hatte der britische Telefon-Konzern Vodafone bekannt gegeben, ihr 10-prozentiges Aktienpaket an dem französischen Konzern an France Telecom zurückverkauft zu haben.

MADRID - kaum verändert

An der madrilenischen Börse haben die Titel von Versorgern und der Telefonica im Mittelpunkt gestanden und Kurverluste der übrigen Werte wett gemacht. Der Ibex schloss 0,03 % leichter auf 9551 Punkten. Das Schwergewicht Telefonica ging 0,54 % fester aus dem Handel. Das Unternehmen hatte am Dienstag einen 40-prozentigen Anstieg des Reingewinns für 2000 bekannt gegeben und damit die Markterwartungen übertroffen. Iberdrola verteuerten sich nach vorangegangenen Verlusten um 1,3 %.

AMSTERDAM - Indexumstellung im Vordergrund

An der Börse in Amsterdam haben Finanztitel im Auf-, Technologietitel im Abwind gelegen. Der AEX-Index schloss indes kaum verändert zu seinem Vortagessclusskurs bei 597,33 Punkten. Aufgrund mangeldner Unternehmensnachrichten konzentrierten sich Marktteilnehmer auf eine bevorstehende Neugewichtung und Umstellung der Aktienindizes, sagten Händler. Ab Freitag werden Änderungen der Indizes AEX und des AMX für die mittelgroßen Werte greifen. So sollen unter anderem Vendex und Corus aus dem AEX heraufallen. An deren Stellen treten die Titel von Buhrmann, KPNQuest und Vesatel.

WIEN - Bei geringen Umsätzen schwächer

Der Wiener Aktienmarkt hat am Mittwoch leichter geschlossen. Der 21 Werte umfassende Leitindex ATX schloss 1,04 % höher auf 1198,33 Punkten. Der Handel wurde allgemein als sehr ruhig und bis auf Telekom Austria auch als eher umsatzschwach beschrieben. Die Aktien der Telekom Austria haben nach durchwegs freundlichem Handelsverlauf in den letzten Handelsminuten ihre zuvor erzielten Gewinne wieder abgegeben.

BRÜSSEL - Zinshoffnung stützen Banken

In Brüssel erhielt der Gesamtmarkt seine Unterstützung von den Kursgewinnen der Banken, die Händlern zufolge wiederum von Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA profitierten. Der Bel20 legte 0,59 % auf 2999,60 Punkte zu. Fortis festigten sich um 1,35 % auf 31,42 Euro und KBC um 0,84 % auf 49,31 Euro. Ebenfalls zulegen konnten die Titel des Versorgers Electrabel.

STOCKHOLM - Ericsson und Nokia geben ab

An der Stockholmer Börse sind die Kurse gefallen. Der OMX gab 0,8 % auf 972,01 Zähler nach. Das Schwergewicht Ericsson verbilligte sich um drei Kronen auf 82,50 skr. Nokia gaben um mehr als zehn Kronen nach.

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