Nach US-Vorgaben überwiegend schwach
Europäische Börsen setzen Abwärtstrend fort

Die europäischen Börsen haben am Dienstag ihre Talfahrt mehrheitlich fortgesetzt. Händler begründeten die Entwicklung mit anhaltend schlechten Unternehmensnachrichten und den weiter fallenden Kursen an den US-Börsen.

rtr. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor bis zum Mittag 0,83 % auf 3 986 Zähler, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,87 % auf 4 181 Punkte nachgab.



Börse London mit neuen Tiefstständen

Die Londoner Börse weitete am Dienstagvormittag die Kursverluste des Vortages weiter aus, konnte sich aber zum Mittag leicht erholen. Nach dem Zweijahres-Tief vom Montag notierte der FTSE 100-Index um 0,76 % niedriger bei 5 781 Zählern. "Der Markt war schrecklich", sagte ein Händler. "Aber es läuft heute ein bisschen besser. Es gibt einige Möglichkeiten, und es ist mit Sicherheit Geld in den Markt geflossen, entweder weil die Investoren mutig waren oder dumm oder vielleicht auch beides."

Erholen konnten sich die Telekomwerte. Vodafone notierte mit 2,7 % im Plus und British Telecom mit 1,7 %. BP Amoco gaben 2,5 % ab, GlaxoSmithKline verloren 2,2 %.



Aktienmarkt Zürich zeigte sich leichter

Die Schweizer Börse notierte von Standardwerten belastet leichter. Der Blue-Chip-Index SMI verlor 0,42 % auf 7 368 Zähler. Mit weniger als einem Prozent hielten sich die Verluste aber nach Angaben von Händlern sehr im Rahmen. Ein Problem sei die Inaktivität der Marktteilnehmer, so dass der Markt mit relativ geringen Umsätzen nachgebe. Dass der Markt technisch überverkauft und daher reif für eine Gegenbewegung sei, interessiere niemanden, hieß es.

Indexschwergewicht Novartis verloren 1,5 %, Nestle gaben knapp ein Prozent ab. Die Titel des Investmenthauses UBS verloren ebenfalls knapp ein Prozent auf 258 Schweizer Franken.



Börse Paris vor allem schwächer durch Standardwerte

Die Börse in Paris setzte ihren Abwärtstrend fort, gezogen von großen Standardwerten. Gegen Mittag notierte der CAC 40 mit minus 0,73 % bei 5 204 Zählern. Lafarge gaben 5,6 % auf 105,3 Euro ab, nachdem Schroder Salomon Smith Barney ihr Rating auf "neutral" von zuvor "outperform" zurückgestuft hatte.

Club Med fielen über acht Prozent auf 93,65 Euro. Der Reiseveranstalter hatte angekündigt, dass er für das laufende Geschäftsjahr nicht länger mit einem zweistelligen Umsatzwachstum rechne. Um 4,9 % zulegen konnten STMicroelectronics. Händler führten den Kursgewinn auf ein im Markt kursierendes Übernahmegerüchte und auf den im Vergleich mit anderen Technologie-Indizes relativ guten Verlauf des Philadelphia-Halbleiter-Index zurück.



Börse Mailand tendiert fester durch Telekomwerte und Banken

Die italienischen Aktienwerte notierten von Zuschlägen bei Telekomwerten und Banken gestützt fester. Der Mib 30-Index notierte mit 0,5 % im Plus bei 38 394 Zählern.

Die Telecom Italia und ihre Mobilfunktochter Telecom Italia Mobile gewannen jeweils knapp zwei Prozent. Die Titel des Geldinsituts Bipop-Carire kletterten um 5,6 %. Abgeben mussten dagegen die Titel der Versicherungsgruppe Generali und der Energieversorger Enel um jeweils knapp ein Prozent.



Aktien in Madrid trozten dem europäischen Trend

Die Börse in Madrid trotzte am Dienstag dem europäischen Trend und tendierte freundlich. Am Mittag notierte der IBEX 35-Index um 0,31 % höher bei 9 524 Zählern.

Gestützt wurde der Index durch über zweiprozentige Aufschläge bei Telefonica. Internettochter Terra Lycos legte knapp ein Prozent zu. Terra Networks gewannen 3,4 % auf 12,67 Euro. Weiter unter Druck präsentierte sich der Bankensektor mit der BBVA um 0,3 % niedriger und der BSCH um 0,8 % niedriger.



Börse Amsterdam von Telekomwerten belastet

Die niederländischen Aktienwerte präsentierten sich schwächer. Der AEX-Index verlor 1,36 % auf 575 Zähler. Wenigen Standardwerten konnten jedoch zulegen.

Elektronikhersteller Philips kletterten 1,6 %, und ASM Lithography gewannen 3,5 %. Einbußen verzeichneten vor allem die Telekomwerte. KPN gaben knapp ein Prozent nach, deren Internettochter KPNQwest über zwei Prozent und Versatel Telecom verloren knapp drei Prozent. Royal Dutch/Shell gaben nach dem feindlichen Übernahmeangebot für die amerikanische Barrett Resources knapp zwei Prozent auf 62,75 Euro nach.





Börse in Wien präsentierte sich ebenfalls leichter mit Kurseinbußen bei Wolford

Die österreichischen Aktienwerte tendierten leichter. Der ATX-Index notierte um 0,51 % niedriger bei 1 199 Zählern. Nach der Vorlage von Geschäftszahlen verzeichneten die Aktien von Wolford Verluste von knapp acht Prozent. Der Textileinzelhändler hatte zuvor einen Ergebniseinbruch zum dritten Quartal im laufenden Geschäftsjahr (zum 30. April 2001) bekannt gegeben.

Der Energieversorger Verbund gab 0,51 % ab. Am Montag hatte das Unternehmen bestätigt, seinen EVN-Anteil verkaufen zu wollen. EVN verloren 1,2 % auf 34,65 Euro.



Börse Brüssel in allen Branchen schwächer

In Brüssel gerieten Titel aller Branchen unter Druck. Der Bel 20-Index notierte mit minus 1,1 % bei 2 912 Zählern. Die im Index mit 25 % gewichtete Finanzgruppe Fortis verloren 0,7 % auf 28,25 Euro. Die KBC Bank büßten 1,9 % auf 47,90 Euro ein, und Agfa Gevaert verloren 1,6 %. Ausnahme waren die Titel der Brauerei Interbrew mit einem Plus von 1,4 %. "Das ist noch eine Aktie mit einem Produkt, das sich noch verkaufen lässt", sagte ein Händler.



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