Nach verfehlter Ergebnisprognose
Wedeco-Aktie unter Druck

Die Wedeco AG Water Technology hat 2001 ihre Ergebnisziele deutlich verfehlt. Der Kurs des MDax-Wertes geriet am Dienstag kräftig unter Druck. Auch der positive Ausblick auf die Jahre 2002 und 2003 konnte daran nichts ändern.

vwd DÜSSELDORF. Wie der Düsseldorfer Spezialist für Wasseraufbereitung am Dienstag bekannt gab, kletterte der Jahresüberschuss auf 6,1 (Vorjahr 4,6) Mill. Euro. Noch im November hatte das Unternehmen einen Überschuss von 7,2 Mill. Euro angekündigt. Der Umsatz stieg mit 81,4 (50,3) Mill. Euro zwar deutlicher als von Analysten geschätzt, doch auch beim operativen Ergebnis konnte Wedeco die Erwartungen des Marktes nicht erfüllen. Der Kurs der im MDAX geführten Aktie geriet am Dienstag kräftig unter Druck. Auch der positive Ausblick auf die Jahre 2002 und 2003 konnten daran nichts ändern.

Finanzvorstand Christoph Dicks begründete die geringer als prognostiziert ausgefallenen Gewinnzahlen bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf mit hohen Vorleistungen im Bereich Forschung und Entwicklung, einem schwächer als erwartet ausgefallenen Industriegeschäft und Anlaufkosten in den neuen Konzerngesellschaften. Wedeco hat im vergangenen Jahr ein EBITDA von 11,15 (7,71) Mill. Euro verbucht und ein EBIT von 9,05 (7,06) Mill. Euro. Von vwd befragte Analysten hatten das EBIT zuvor bei durchschnittlich 11,58 Mill. Euro gesehen. Je Aktie hat Wedeco 2001 ein Ergebnis von 0,58 (0,46) Euro erzielt. Analysten hatten im Schnitt mit 0,67 Euro gerechnet.

Der Wedeco-Vorstandsvorsitzende Werner Klink betonte auf der Bilanzpressekonferenz, die Expansionsstrategie seines Unternehmens sei auch im vergangenen Jahr erfolgreich gewesen. Wedeco zähle mit einer Nettorendite von 7,5 Prozent auch im internationalen Vergleich zu den renditestärksten Industrieunternehmen. Die Gewinne sollen vorerst aber weiter im Unternehmen bleiben. Nach Angaben von Klink ist weder in diesem noch im kommenden Jahr die Ausschüttung einer Dividende vorgesehen. Die Aussichten von Wedeco seien aber durchweg positiv, hob er hervor. Der Wasseraufbereitungsmarkt werde derzeit von der Nachfrage getrieben.

Wedeco biete international die effizientesten und leistungsfähigsten Produkte an und sei sowohl im UV-Desinfektions- als auch im Oxidationsmarkt bereits Weltmarktführer. Für 2002 kündigte der Vorstandsvorsitzende weitere Zukäufe in Europa und den USA an. Er verwies darauf, dass Wedeco in ihrer neuen Sparte Ozontechnologie die gleiche Strategie wie im traditionellen UV-Geschäft verfolge und auch hier weitere kleinere Unternehmen übernehmen wolle. Im vergangenen Jahr hatte Wedeco vier Akquisitionen abgeschlossen, zudem drei regionale Tochtergesellschaften neu gegründet und in China ein Joint Venture abgeschlossen.

Der chinesische Markt werde für sein Unternehmen langfristig der wichtigste Markt weltweit werden, unterstrich Klink. Wedeco China werde in einigen Jahren wohl die größte Gesellschaft innerhalb des Konzerns sein. China entwickele sich zum weltweit größten UV-Markt. So würden hier unter anderem mehr als 100 Abwasseranlagen in der Umgebung des Jangtse-Flusses mit Systemen versehen, die das Wasser mit UV-Licht desinvestieren sollen, um die Wasserqualität des geplanten Drei-Schluchten-Staudamms zu verbessern. Wedeco habe sich durch das Joint Venture eine gute Ausgangsbasis geschaffen.

Ohne Einrechnung von weiteren Akquisitionen geht Wedeco im laufenden Jahr von einem Umsatz von 140 Mill. Euro, einem EBITDA von 22,5 Mill. Euro und einem Jahresüberschuss von 8,4 Mill. Euro aus. Zum EBITDA soll der neue Bereich Ozon 2002 bereits 7,5 Mill., zum Überschuss 0,9 Mill. Euro beitragen. Das erste Quartal bestätigte die Erwartungen, diese Zahlen auch zu erreichen. "Wir liegen im Plan", sagte Finanzvorstand Dicks. Für 2003 prognostizierte Wedeco einen Umsatz von 175 Mio EUR, ein EBITDA von 26 Mill. Euro und einen Überschuss von 10,5 Mill. Euro.

An der Börse geriet die Wedeco-Aktie am Dienstag trotz dieses Ausblicks unter Druck. Bis zum Nachmittag verlor der MDAX-Titel knapp 14 Prozent auf 26,80 Euro und gehörte damit zu den großen Tagesverlierern. "Der Umsatz ist enorm hoch - er ist jetzt schon höher als ein ganzer Wochenumsatz", sagt ein Händler bereits am Vormittag. Der Wert sei so illiquide, dass so deutliche Kursverluste schon zustande kommen könnten, wenn sich ein Fonds von seinen Beständen trenne. Nach Angaben von Wedeco werden rund 40 Prozent der Aktien von bekannten institutionellen Anlegern gehalten. Rund 32 Prozent der Anteile befinden sich in der Hand von Altaktionären.

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