Nach Verlustjahr 2003
Mannheimer erwartet weitere Abschreibungen

Die Mannheimer Versicherung ringt weiter um eine bessere Kapitalausstattung und erwartet auch in diesem Jahr wieder hohe Abschreibungen auf ihre Aktienanlagen.

Reuters FRANKFURT/M. Die verlustreiche Lebensversicherungs-Sparte werde sich noch stärker auf das Geschäft ohne Zinsgarantien konzentrieren, um unabhängiger vom Kapitalmarkt zu werden, teilte die Mannheimer AG Holding am Donnerstag mit. Seinen Lebensversicherungskunden stellt das Unternehmen für 2003 nur die gesetzliche Überschussbeteiligung von drei bis vier Prozent in Aussicht. Die Aktien der Mannheimer notierten am Donnerstag gut zwei Prozent im Minus bei 9,99 Euro.

2003 mehr Abschreibungen und nur Mindestverzinsung

Das vergangene Jahr schloss der Konzern den Angaben zufolge mit einem Verlust von 50 (Überschuss 2001: 23,3) Millionen Euro ab. Zu diesem Fehlbetrag steuerte allein die Leben-Sparte einen Verlust von knapp 60 Millionen Euro bei. Trotz umfangreicher Abschreibungen auf das Aktienvermögen enthielten die Kapitalanlagen in der Sparte Lebensversicherungen per Ende 2002 immer noch stille Lasten von 216 Millionen Euro. "Daraus werden je nach Börsenstand am Ende des Jahres 2003 Abschreibungen in heute noch ungewisser Höhe", teilte die Mannheimer mit. Die Beitragseinnahmen im Konzern, der auch noch die Sparten Schaden- und Unfallversicherung sowie Krankenversicherung umfasst, seien 2002 um 5,4 Prozent auf 809,9 Millionen Euro gesunken.

Beitragseinnahmen sollen sich stabilisieren

Im laufenden Jahr rechnet der Konzern hier mit einem geringen Wachstum um 1,2 Prozent auf rund 820 Millionen Euro. Umsatzsteigerungen bei der Schaden- und Unfallsparte und Krankenversicherung würden die sinkenden Beitragseinnahmen bei der Lebensversicherung damit mehr als ausgleichen, hieß es. Auf eine Ergebnisprognose 2003 ließ sich das Unternehmen nicht ein.

Auch darüber, wie der Konzern angesichts der bevorstehenden Abschreibungen für 2003 frisches Kapital auftreiben will, hielt sich Vorstandschef Hans Schreiber bedeckt. Alle Optionen würden geprüft, wiederholte er. Zielgerichtete Aktivitäten würden mit Hochdruck vorangetrieben, um die Zukunft der Gruppe zu sichern.

Schreiber hatte in der Vergangenheit betont, es gebe Interesse an seinem Unternehmen, das bald aufgekauft werden könnte. Er machte auch keine Angaben dazu, ob sein Unternehmen die so genannten Stress-Tests der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) bestanden hat. Dabei wird geprüft, ob ein Versicherer auch in einer anhaltenden Krise in der Lage wäre, seine Verpflichtungen gegenüber den Kunden ohne Gegenmaßnahmen zu erfüllen.

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