Nach Verlustmeldung
Advanced Medien fallen auf neuen Tiefstkurs

Die Aktien der Advanced Medien AG sind am Dienstag am Neuen Markt auf einen neuen Tiefststand gefallen, nachdem das Filmunternehmen im vergangenen Jahr mehr Verlust als Umsatz erzielt hat. Das Papier fiel im frühen Xetra-Handel um fast 30 % auf 0,64 Euro und notierte am späten Vormittag mit 0,76 Euro immer noch unter dem bisherigen Rekordtief von 0,81 Euro.

rtr FRANKFURT/OBERHACHING. Der Filmrechtehändler hatte am Montagabend einen Fehlbetrag von 71,8 Mill. DM für das vergangene Jahr vermeldet bei einem Umsatz von 56,3 Mill. DM. Zudem befindet sich das Unternehmen im Rechtsstreit mit einem anderen deutschen Filmhändler. Advanced-Großaktionär e-m-s New Media hat unterdessen noch nicht über die geplante Aufstockung seiner Anteile an Advanced entschieden.

Der Umsatz lag im vergangenen Jahr nur leicht über den 55,1 Mill. DM, die Advanced Medien für die ersten neun Monate ausgewiesen hatte. Ursprünglich hatte der Filmhändler sogar befürchtet, hinter diesen Betrag zurückzufallen. Einige bereits 1999 und 2000 verkaufte Filmpakete seien wieder rückabgewickelt worden, bei anderen habe man nachträglich einen Preisnachlass gewähren müssen. Allein aus diesen beiden Faktoren ergab sich nach den Angaben ein um 27,9 Mill. DM geschmälerter Erlös. Ende November hatte Advanced das Umsatzziel auf 70 Mill. DM von 129,3 Mill. DM nach unten revidiert. Im Jahr zuvor hatte Advanced Medien bei 65,7 Mill. DM Umsatz noch 5,8 Mill. DM Gewinn erwirtschaftet.

Alle Bereiche hätten 2000 operativ rote Zahlen geschrieben, teilte Advanced weiter mit. Zudem habe das Filmvermögen um 18,1 Mill. DM abgewertet werden müssen, auf andere Forderungen seien 27 Mill. DM abgeschrieben worden, hieß es. Ein nicht genannter deutscher Filmhändler fordere überdies von Advanced Schadenersatz. Advanced habe diesen wiederum vor dem Landgericht München auf Zahlung von bereits fälligen Forderungen verklagt. Das Verfahren laufe. Die flüssigen Mittel bezifferte Advanced zum Jahresende 2000 auf 49,4 Mill. DM. "Das waren schlechte Zahlen und schlechte Aussichten. Zusammen mit der schlechten Stimmung am Markt reicht das, um die Aktie weiter unter Druck zu bringen", sagte Händler Steffen Krautwald von M.M. Warburg. Die Papiere hätten weiteres Abwärtspotenzial bis 0,50 Euro.

Entscheidung über Übernahme vertagt

Die mit knapp 25 % an Advanced Medien beteiligte e-m-s New Media AG hat unterdessen die Entscheidung über die Übernahme einer Mehrheit an dem Oberhachinger Unternehmen vertagt. "Vor der Veröffentlichung der Zahlen wollten wir nichts tun", sagte Vorstandschef Werner Wirsing, der auch im Advanced-Aufsichtsrat sitzt, der Nachrichtenagentur Reuters. Man wolle dazu auch die Meinung der Aktionäre auf der Hauptversammlung im Mai hören. Das Dortmunder Unternehmen verfügt noch über eine Option auf weitere 13 % der Anteile des Filmrechtehändlers. Ein Engagement sei aber nur bei der Übernahme einer Mehrheit sinnvoll, sagte Wirsing. "Wir wollen uns nicht unter Zeitdruck setzen lassen", betonte Wirsing.

Bei einer Beteiligung von über 50 % müsste E-m-s den freien Aktionären nach den Worten Wirsings ein Übernahmeangebot unterbreiten. Was dann mit dem Unternehmen geschehe, ist offen. "Ein Teil der Assets von Advanced ist sehr interessant", sagte Wirsing lediglich. Dazu gehören nach früheren Angaben die Anteile des Unternehmens an der vom Regisseur Wolfgang Petersen gegründeten US-Filmproduktionsfirma Redcliff sowie der Filmbestand. E-m-s programmiert nach eigenen Angaben Filme auf Bildplatten (DVD) und vertreibt diese.

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