Nach vielen Unterbrechungen und einer Kollision mit Montoya scheidet Michael Schumacher aus
Chaos in Monte Carlo

So ein Chaos hat die Formel 1 schon lange nicht mehr erlebt: dramatische Unfälle, viele Zwischenfälle - und am Ende nur einen Fixpunkt: Jarno Trulli, den italienischen Renault-Piloten, der aus der Poleposition den ersten Grand Prix seiner Karriere gewann.

HB MONTE CARLO. "Man muss Vertrauen in sich selbst haben, das hatte ich - hier meinen ersten Grand Prix zu gewinnen, das ist fantastisch, das ist ein Traum."

Michael Schumachers Serie von fünf Triumphen zu Saisonbeginn endete dagegen in einem umstrittenen Unfall. Ein missglücktes Überrundungsmanöver von Fernando Alonso gegen Ralf Schumacher im Tunnel brachte den Ärger in die Gänge: Der Spanier, der sich gewaltig über den Deutschen ärgerte, "der mich schon ewig aufgehalten hat", verlor ein bisschen die Nerven, versuchte es an der ungeeignetsten Stelle, kam auf der schmutzigen Straßenseite ins Rutschen und knallte in die Leitplanken. Das Safety-Car kam auf die Strecke, Trulli und Button nutzten dies sofort zu einem Boxenstopp. Schumacher blieb draußen und übernahm die Führung - aber vier Runden später, als das Safety-Car wieder an die Box kommen sollte, versuchte er im Tunnel mit einem extremen Manöver, seine Bremsen aufzuwärmen.

Der dahinter fahrende Montoya berührte den Ferrari und schob ihn in die Leitplanken. "Es war unglücklich, dass das passiert ist, gerade zwischen uns", gab der Kolumbianer zu Protokoll. "Als ich Michaels linkes Vorderrad qualmen sah, bin ich sofort auf die Bremse gestiegen. Für zwei Sekunden habe ich versucht, auszuweichen - aber es war nichts mehr zu machen."

Montoya wollte nicht von Schuld sprechen: "Ich würde es unter der Kategorie Rennunfall abhaken. Aber ich habe ein reines Gewissen, ich weiß, dass ich nichts falsch gemacht habe." Montoya sagte außerdem: "Es ist nicht das erste Mal, das Michael so was macht. Er spielt dieses Spielchen öfters - nur ist es bisher immer gut gegangen, weil die anderen irgendwie ausweichen konnten, indem sie ihr Auto fast in die Wiese schmissen. Jetzt hat es ihn dabei halt auch mal selbst erwischt."

Der Zusammenstoß bleibt ohne Folgen. Die Rennkommissare bewerteten den Crash nach einer Anhörung als "normalen Rennunfall" und sahen keinen Handlungsbedarf. Der Weltmeister selbst bequemte sich erst mehr als zweieinhalb Stunden nach Rennende zu einem ärgerlichen Statement: "Ich habe meine Bremsen und Reifen anwärmen wollen, ganz normal. Ich sehe es so, dass da der Sieger des Rennens von einem Überrundeten in die Wand gefahren wurde", schimpfte er, um sich dann schnell zu korrigieren, "also den zu dem Zeitpunkt Führende, aber das sagt doch alles".

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