Nach Waffenruhe
Israel will Arafats Reiseverbot aufheben

Israel will den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat unter bestimmten Bedingungen in der kommenden Woche zum Gipfel der Arabischen Liga nach Beirut reisen lassen.

ap JERUSALEM. Es zeichne sich ein entsprechender Zeitplan für eine Waffenruhe ab, sagte Ministerpräsident Ariel Scharon am Dienstag nach einem Treffen mit US-Vizepräsident Dick Cheney. Dieser erklärte, er werde sich nach In-Kraft-Treten eines Waffenstillstands mit Arafat treffen. Nur Stunden zuvor hatte Israel seine Truppen aus Bethlehem abgezogen.

Die USA wollen sich nach Cheneys Worten weiter intensiv um eine Waffenruhe zwischen Israelis und Palästinensern bemühen. Die kommende Woche könnte sich als entscheidend für Arafat erweisen, sagte er. Der palästinensische Präsident müsse alles tun, um Angriffe auf Israelis zu verhindern. Aus palästinensischen Kreisen verlautete, eine Feuerpause könne bereits am Mittwoch verkündet werden.

Cheney war von den Palästinensern scharf kritisiert worden, weil er im Laufe seines 24-stündigen Besuchs in Israel zwei Mal mit Scharon, nicht aber mit Arafat zusammengekommen war. Der palästinensische Kabinettsminister Sajeb Erekat warf dem US-Vizepräsidenten am Dienstag Einseitigkeit vor. Später sagte Erekat, er begrüße Cheneys Bereitschaft zu einem Treffen mit Arafat.

Scharon kündigte an, er werde Arafat erlauben, die palästinensischen Autonomiegebiete zu verlassen, sobald eine Waffenruhe in Kraft getreten ist. "Wir nehmen an, dass er nach Beirut reisen kann", sagte Scharon.

In der libanesischen Hauptstadt findet am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche der Gipfel der Arabischen Liga statt. Dort will Saudi-Arabien seinen Nahost-Friedensplan präsentieren, der eine Anerkennung Israels seitens der arabischen Welt vorsieht, wenn sich Israel im Gegenzug aus allen Gebieten zurückzieht, die es im Sechstagekrieg 1967 erobert hatte. Scharon sagte, er erwarte, dass Arafat in Beirut "über die Bedeutung von Frieden und regionaler Stabilität spricht".

In der Nacht zogen sich die israelischen Truppen aus Bethlehem und benachbarten Ortschaften im Westjordanland zurück. Nach eigenen Angaben rückte die Armee auch aus autonomen palästinensischen Gebieten im nördlichen Gazastreifen ab, was jedoch von palästinensischer Seite zunächst dementiert wurde.

Tote bei Überfall auf Militärgelände

Andernorts überschatteten neue tödliche Zwischenfälle die Bemühungen um eine Waffenruhe. Beim Überfall palästinensischer Extremisten auf ein Übungsgelände der israelischen Armee wurde ein Soldat erschossen, drei weitere wurden verletzt. Zu der Tat in der Nähe von Nablus im Westjordanland bekannte sich die radikale Hamas-Bewegung. Mit Kalaschnikows bewaffnet drangen zwei Palästinenser nach Angaben der Armee am frühen Morgen auf das Trainingsgelände vor und eröffneten das Feuer auf eine Gruppe von Soldaten. Beim darauf folgenden Schusswechsel seien die beiden Angreifer getötet worden.

In Beit Omar im Westjordanland tötete eine israelische Armeepatrouille einen Palästinenser. Er stand nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte vor seinem Laden.

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