Nach Wertberichtigung
CE erwartet zweistellige Millionen-Verluste

Die CE Consumer Electronic AG erwartet nach der am Dienstag vorgenommenen Wertberichtigung im Gesamtjahr 2002 nunmehr einen Verlust beim Nettoergebnis.

dpa MÜNCHEN. Nach der Ankündigung von millionenschweren Wertberichtigungen und einem schwachen zweiten Quartal rechnet der Chiphändler CE Consumer in diesem Jahr jetzt mit hohen Verlusten. "Unsere Story ist nicht aus", beteuerte Konzernchef Erich Lejeune am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München.

Allerdings stellt sich CE Consumer für 2002 auf Verluste in zweistelliger Millionenhöhe ein. Noch im Frühjahr hatte das Unternehmen einen Gewinn angekündigt. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis leicht negativ.

Aktionärsvertreter zweifelten an, ob CE Consumer schnell genug auf die Branchenkrise in der Halbleiterindustrie reagiert habe. "Zeit und auch Geld sind vertan worden", meinte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Angesichts der schwierigen Lage forderte er einen Gehaltsverzicht des Managements.

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m Abend vor der Hauptversammlung hatte die CE Consumer AG mitgeteilt, eine Sonderprüfung der Beteiligungen, Forderungen und Vorräte habe einen Korrekturbedarf von 47 Millionen Euro ergeben. Knapp 30 Millionen Euro davon entfallen auf außerordentliche Firmenwertabschreibungen.

"Ab heute können wir befreit aufspielen", sagte Lejeune. CE Consumer leidet derzeit wie alle Unternehmen der Branche unter der Krise an den Halbleitermärkten. "So etwas war noch nicht da", sagte Lejeune. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Märkte wieder anspringen. "Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche."

Falls der Aufschwung im vierten Quartal komme, sei im Gesamtjahr ohne Berücksichtigung der Sonderabschreibungen ein Gewinn möglich. Im vergangen Jahr hatte CE Consumer den Umsatz vor allem durch Übernahmen um 50 Prozent auf 426,8 Millionen Euro gesteigert.

Ins neue Jahr ist das Unternehmen nicht gut gestartet. Im zweiten Quartal sanken die Erlöse verglichen mit dem auch schon rückläufigen ersten Quartal um nochmals knapp 16 Prozent auf 81,3 Millionen Euro. Analysten rechnen damit, dass die Erlöse im Gesamtjahr auf unter 400 Millionen Euro sinken. Mit diesen Prognosen könne das Unternehmen leben, sagte ein Sprecher.

Lejeune gab nach der Hauptversammlung die operative Führung an seinen Stellvertreter Peter Bohn ab. Er kümmert sich aber noch bis Ende des Jahres als Vorstandsvorsitzender hauptsächlich um den Vertrieb, um dann in den Aufsichtsrat zu wechseln.

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