Nach zwei Tagen mit steigenden Kursen
Neuer Markt verliert

Nach zwei Tagen mit steigenden Aktienindizes haben die Kurse am Neuen Markt zum Börsenschluss am Mittwoch wieder deutlich nachgegeben.

dpa-afx FRANKFURT. Nach zwei Tagen mit steigenden Aktienindizes haben die Kurse am Neuen Markt zur Wochenmitte wieder deutlich nachgegeben. Der Ausblick des amerikanischen Technologiekonzerns Motorola habe auf die Kurse gedrückt, sagten Händler am Mittwoch.

Fondsmanager trennten sich von Aktien, denen sie auch im kommenden Jahr wenig Kurspotenzial zutrauen, und Kleinanleger würden Verluste realisieren, damit sie Steuern sparen, hieß es. "Die Auftragsbücher werden immer dünner", sagte ein Händler. Einen entscheidenden Impuls erwartete der Börsianer vom "dreifachen Hexensabbatt", dem Verfallstag für Optionsscheingeschäfte am Freitag.

Der Leitindex Nemax 50 sank zum Handesschluss um 2,68 % auf 1 189,33 Punkte. Der alle Aktienbewegungen erfassende Nemax All Share verlor 2,55 % auf 1 126,01 Zähler.

Der Insolvenzantrag des Filmrechtehändlers Kinowelt drückte auf die Aktienkurse des gesamten Mediensektors. Kinowelt-Papiere sanken nach einem weiteren Verlust von 26,32 Prozent auf das Allzeittief von 0,28 Euro. "Jetzt ist wohl dem letzten Anleger klar, welche Überlebenschancen die beste Emission des Jahres 1998 noch hat," sagte ein Händler.

Im Sog der drohenden Pleite verloren die Aktien von Constantin Film um 15,31 Prozent und kosteten 4,37 Euro. Händlern zufolge habe das Unterschreiten eines Aktienpreises von 5 Euro den Abschwung verstärkt. "Dort haben einige Börsianer ihre Stopp-Loss-Marken gesetzt, um die Verluste zu begrenzen", sagte ein Händler. Die Papiere würden dann automatisch verkauft. EM.TV-Papiere sanken um 6,94 Prozent und wurden mit 1,34 Euro gehandelt.

"Die Aktien der Online-Broker reagieren immer sehr stark auf das Absinken des Aktienumsatzes", begründete ein Börsianer den Kursrückgang bei Comdirect und Consors. Die zum Verkauf stehende Consors AG könnte einem Zeitungsbericht zufolge von Anlegern verklagt werden. Die Klage richtet sich gegen die Vergabe von Aktienkrediten.

"Wegen des Prozessrisikos wird ein Käufer garantiert keine 9 Euro für die Aktie bezahlen," sagte ein Händler. Bei vergangenen Verbraucherschutz-Prozessen im Optionsscheinhandel hätten sich die Anleger vor Gericht durchgesetzt. "Wenn das der Grund ist, dann müßte Consors stärker verlieren als die Comdirect", sagte ein anderer Börsianer. Comdirect-Aktien sanken um 5,92 Prozent auf 11,13 Euro, während Consors um 4,48 Prozent auf 9,17 Euro nachgaben. DAB-Bank-Aktien stiegen hingegen um 2,72 Prozent auf 15,10 Euro.

Die Titel von Thiel Logistik stemmten sich mit einem Plus von 1,70 Prozent auf 22,70 Euro gegen den schwachen Aktienmarkt. Bei Händlern löste diese auffällige Kursbewegung Verwunderung aus: "Thiel ist zuvor stark gesunken, aber eine richtige Erklärung ist das in diesem Markt auch nicht."

Unter Druck gerieten einige Internet-Werte: T-Online-Papiere verloren um 5,83 Prozent an Wert und kosteten am Abend 12,60 Euro. Die Aktien von United Internet und Intershop verloren zweistellig: Intershop-Papiere gaben um 11,36 Prozent auf 1,56 Euro nach. Händlern zufolge wollten Kleinanleger Steuern sparen und verabschiedeten sich meist nach hohen Verlusten von der Aktie. "In diesem Jahr kann man die Verluste besser von der Steuer absetzten," sagte ein Börsianer. Bei United Internet, deren Anteilsscheine um 14,15 Prozent auf 3,52 Euro nachgaben, sahen Händler den Grund für den Absturz in dem Verkauf der Aktie durch Fondsmanager.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg wegen Insiderhandels brachen die Aktie des Softwareanbieters CPU zeitweilig um 20 Prozent ein. Bis Handelsschluss hatte sich der Aktienkurs wieder erholt: CPU schlossen schliesslich um 3,57 Prozent tiefer auf 1,35 Euro.

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