Nachbörslicher Kursrutsch
Oracle senkt Gewinnerwartung

Der weltweit zweitgrößte Software-Hersteller Oracle wird nach eigenen Angaben die bisherigen Gewinnerwartungen für das abgelaufene dritte Geschäftsquartal verfehlen. Als Grund nannte der Konzern schwache Umsätze in Asien.

rtr Redwood Shores. Der Gewinn je Aktie werde sich auf neun Cent belaufen, teilte das kalifornische Unternehmen am Freitag nach US-Börsenschluss mit. Im Januar war Oracle noch von einem Gewinn von zehn Cent je Aktie für das Quartal ausgegangen, das am 28. Februar endete. Auch Wall-Street-Analysten hatten einer Umfrage von Thomson Financial/First Call zufolge im Durchschnitt einen Gewinn von zehn Cent je Aktie prognostiziert.

"Während die Software-Umsätze in den Vereinigten Staaten und Europa leicht über den Zahlen des zweiten Quartals lagen, war der Anstieg nicht hoch genug, um den Rückgang in Asien auszugleichen", teilte Oracle-Chef Larry Ellison mit. Der Konzern hatte im Geschäftsjahr 2001 in der Region Asien/Pazifik 14 % seines Umsatzes verbucht.

Zudem teilte Oracle mit, dass die Umsatz- und Gewinnentwicklung im dritten Quartal binnen Jahresfrist ebenso wie im zweiten Quartal ausfallen werde. Im Vorquartal waren die Software-Umsätze um 26 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Der operative Gewinn sank im gleichen Zeitraum um rund 13 %. Die offizielle Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal wird für den 14. März erwartet.

"Das wird am Montag für frostige Stimmung sorgen", sagte Merrill Lynch-Analyst Chris Shilakes im Hinblick auf die reduzierte Ergebnisprognose. Wahrscheinlich werde Oracle auch seine Erwartungen für das vierte Quartal absenken müssen, fügte Shilakes hinzu.

Oracle hatte noch vor kurzem mitgeteilt, dass sich das Gewinn-Ziel im Kerngeschäft mit Datenbanken nicht geändert habe. Allerdings wählten Kunden zunehmend neuere, billigere Versionen. In den vergangenen Quartalen hatten Software-Firmen wie IBM und Microsoft die Entwicklung von Datenbankprodukten massiv vorangetrieben. Dennoch gilt Oracle noch als Markführer in dem Bereich.

Allerdings leidet Oracle nach Einschätzung von Analysten zunehmend unter dem Preisdruck in der Branche. "Die Kunden verhandeln hart. Oracle ist nicht immun dagegen. Sie müssen mit dem Preis heruntergehen, um mit den anderen Gorillas mithalten zu können", sagte Shilakes.

Oracle-Aktien fielen nach der Ankündigung im nachbörslichen Instinet-Handel um acht Prozent auf 14,71 $.

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