Nachfolge unklar
Wilmots verlässt Schalke und wird Politiker

Marc Wilmots tauscht die Trainerbank mit einem Parlamentssitz. Der Teamchef des FC Schalke 04 hat am Dienstag offiziell seinen Abschied beim Fußball-Bundesligisten zum Saisonende verkündet.

HB/dpa GELSENKIRCHEN. Der 34 Jahre Belgier, der beim Revierclub am 26. März für den entlassenen Frank Neubarth eingesprungen war, teilte die keineswegs überraschende Entscheidung Manager Rudi Assauer mit. Der ehemalige Profi wird nach Belgien zurückkehren und dort wie geplant seine politische Laufbahn in Angriff nehmen. Bereits am Sonntag finden in seiner Heimat Wahlen zum Senat statt. Wilmots hat angesichts eines vorderen Listenplatzes gute Chancen, für die liberale Partei "Mouvement Réformateur" (MR) in diese wichtige Kammer gewählt zu werden.

"Ich kann mich nur einer Sache zu 100 % hingeben. In Belgien stand ich im Wort, das wollte ich nicht brechen", erklärte Wilmots, der nur noch in den restlichen beiden Saisonspielen bei Werder Bremen und gegen Bayern München auf der Bank sitzen wird. Er habe zwar überlegt, politisches Mandat und Traineramt zu kombinieren. "Aber das geht nicht. Wenn man Trainer ist auf Schalke, dann geht das nur mit Leib und Seele, von morgens bis abends."

Aus "Respekt vor dem Verein" habe er das große Risiko nicht tragen wollen, sich mit beiden Aufgaben zu verzetteln: "Wenn es im Club oder in der Politik schlecht gelaufen wäre, gäbe es sofort Kritik." Die Entscheidung von Wilmots, der in Belgien großes Ansehen genießt und ein Freund von Außenminister Luis Michel ist, hatte auch private Gründe. Seine Familie lebt in Belgien, sein Sohn wird dort im Herbst eingeschult.

Schon nach dem blamablen 0:2 gegen Hannover 96 am Sonntag war klar, dass Assauer einen neuen Trainer sucht. Denn auch in den sechs Partien unter dem "Kampfschwein" fanden die "Königsblauen" nicht zur alten Stärke zurück, ernteten nur sieben Punkte und zuletzt drei Niederlagen in Serie. Dennoch lobte Assauer die Arbeit von Wilmots, der nun als letzter Spieler der 1997 erfolgreichen UEFA-Cup - Mannschaft Schalke verlässt. "Marc hat aus tiefer Verbundenheit den Posten übernommen, und zwar in einer sehr schwierigen Lage, in der von allen Seiten nur Erfolg erwartet wurde. Es tut mir daher nicht nur für Schalke, sondern auch für ihn persönlich Leid, dass die letzten Spiele so gelaufen sind", sagte Assauer.

Wer neuer Trainer auf Schalke wird, ist noch unklar. "Momentan analysieren wir die Situation genau, denn die besten Entscheidungen trifft man bekanntlich in aller Ruhe", sagte Assauer. Unterdessen könnte sich der ehemalige Bundesliga-Trainer Christoph Daum ein Engagement grundsätzlich vorstellen, sähe aber auch Probleme. "Zwischen Rudi Assauer und mir ist noch viel Misstrauen. Nur wenn wir diese Kluft überbrücken könnten, würde Schalke Sinn machen", sagte der derzeitige Coach von Österreichs Meister Austria Wien der "Bild"- Zeitung.

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