Nachfolger des "Generals" setzt auf Bundesliga-Profis
Coach Mirko Jozic - Kroatiens erfolgreicher Verlegenheitskandidat

Sein Vorgänger war der ebenso legendäre wie autoritäre Miroslav Blazevic, der mit Bronze bei der WM 1998 in Frankreich ganz Kroatien in einen Begeisterungstaumel versetzte. Mirko Jozic trat im November 2000 die Nachfolge des "Generals" an - als erfolgreiche Verlegenheitslösung.

sid ZAGREB. Der ehemalige "U20"-Coach führte die Auswahl der jungen Nation zum zweiten Mal zu einer WM-Endrunde. In Japan und Südkorea steht Jozic vor seiner ganz großen Bewährungsprobe.

Kroatiens Verband hatte Jozic aus einem Kreis von vier Kandidaten ausgewählt. Vermutlich, weil Jozic die preiswerteste Lösung war und die Funktionäre den Ärger mit Blazevic endgültig Leid waren. Denn nach Frankreich hatte sich Blazevic wie ein König gefühlt - und alle auch spüren lassen.

Jozics größtes Problem ist, eine erfolgreiche Mischung aus etablierten Stars und Newcomern zu finden, die sich in der Nationalmannschaft für lukrative Verträge im Ausland empfehlen wollen. Nie hatte der Coach außerdem bislang seine Idealformation zusammen, irgendeiner der über ganz Europa verteilten Stars - ob nun Alen Boksic (FC Middlesbrough), der im Juni 2001 in der Qualifikation das entscheidende 1:0 gegen Dänemark markierte, oder Robert Prosinecki (FC Portsmouth) oder Davor Suker von Bundesligist 1860 München - fehlte immer.

Jozic setzt deshalb vor allem auf weitere Bundesliga-Profis. Robert und Nico Kovac vom deutschen Meister Bayern München, Zvonimir Soldo vom VfB Stuttgart und Boris Zivkovic von Bayer Leverkusen sind beim Coach gesetzt.

Bevor Jozic 1998 zum kroatischen Verband wechselte, führte er den chilenischen Spitzenklub Colo Colo 1991, 1992 und 1994 zu drei Meistertiteln. Danach wechselte er zu Hajduk Split und Sporting Lissabon.

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