Nachfolger Giulianis
Bloomberg gewinnt Bürgermeisterwahl in New York

Der US-Medienunternehmer Michael Bloomberg hat die Bürgermeisterwahl in New York gewonnen. Hochrechnungen von Fernsehsendern zufolge erhielt der 59-jährige Republikaner bei der Wahl am Dienstag rund 40 000 Stimmen mehr als sein demokratischer Kontrahent Mark Green.

Reuters NEW YORK. Mit Blick auf die Anschläge vom 11. September rief Bloomberg die New Yorker zur Geschlossenheit auf. "Dies ist unser Sieg, ein Sieg für eine Vision und unser Vertrauen in die Zukunft der großartigsten Stadt der Welt", sagte er. Zu den wichtigsten Aufgaben Bloombergs in den kommenden vier Jahren gehört der Wiederaufbau der Südspitze Manhattans, wo bei den Anschlägen das World Trade Center und umliegende Gebäude zerstört worden waren.

Bloomberg tritt die Nachfolge des Republikaners Rudolph Giuliani an, der aus Verfassungsgründen nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte. Bloomberg hatte in Umfragen lange Zeit hinter Green gelegen. Nicht zuletzt durch die Fürsprache Giulianis, dessen Popularität durch sein Krisenmanagement nach den Anschlägen enorm gestiegen war, hatte Bloomberg Pluspunkte sammeln können.

"Heute ist nicht die Nacht der Republikaner und Demokraten, sondern die der New Yorker", sagte Bloomberg nach seinem Sieg. Die Differenzen der Vergangenheit sollten beigelegt werden. Die Stadt stehe vor enormen Problemen, die nun gemeinsam angepackt werden müssten. Green räumte seine Niederlage ein und rief die Bewohner der Stadt auf, Bloomberg zu unterstützen. Das offizielle Endergebnis der Wahl soll Ende der Woche vorliegen.

Bloomberg war als politischer Neuling in das Rennen um das Bürgermeisteramt eingestiegen. Bis zum vergangenen Jahr war er Mitglied der Demokraten gewesen. Er trat den Republikanern bei, wo die Kandidatenfrage noch offen schien. Bloomberg hatte seinen Wahlkampf mit einer Rekordsumme von 50 Mill. $ (etwa 109 Mill. DM) selbst finanziert, während Green hierfür mit Hilfe öffentlicher Mittel 15 Mill. $ (knapp 33 Mill. DM) ausgab.

Bloomberg ist Gründer des Finanznachrichten- und Informationsunternehmens Bloomberg LP. Im Wahlkampf war ihm politische Unerfahrenheit vorgeworfen worden. Bloomberg hatte jedoch auf seine Erfahrungen als Geschäftsmann verwiesen. Die Gründung und Führung eines erfolgreichen Unternehmens, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Aufsicht über die Beschäftigten und die Bilanzen eines Unternehmens qualifiziere ihn für den Bürgermeisterposten, sagte er.

In diesem Amt wird er künftig unter anderem mit Vertretern der Behörden des Bundes und des Bundesstaates verhandeln müssen oder sich für einen Ausgleich zwischen Gewerkschaften und Unternehmern bemühen. Die New Yorker erwarten, dass der künftige Bürgermeister den Aufbau im Süden Manhattans lenkt, wo nach den Flugzeuganschlägen die Zwillingstürme des World Trade Center mit tausenden Menschen im Inneren zusammengestürzt waren.

New York City eigentlich als Hochburg der Demokraten. In den vergangenen 100 Jahren sind in der US-Metropole lediglich drei Republikaner zum Bürgermeister gewählt worden. New York ist mit seinen rund acht Mill. Einwohnern die größte Stadt der USA.

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