Nachfolger von Alberto Fujimori
Toledo zum neuen Präsidenten Perus gewählt

Alejandro Toledo ist zum neuen Präsidenten Perus gewählt worden. Der Wirtschaftswissenschaftler setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag nach offiziellen Angaben mit fast 52 % der Stimmen gegen Ex-Präsident Alan Garcia durch. Dieser kam nach Auszählung von drei viertel aller Stimmen auf rund 48 %.

rtr LIMA. Toledo rief seine Landsleute zur Einigkeit auf. "Peru ist ein Land mit vielen offenen Wunden. Ich möchte diese schließen", sagte der 55-jährige nach der vierten Wahl innerhalb von 14 Monaten. Garcia sicherte Toledo seine Unterstützung zu. Dieser tritt die Nachfolge Alberto Fujimoris an, den der Kongress im vergangenen Jahr abgesetzt hatte.

"Brüder und Schwestern, heute Nacht beginnt die Zukunft. Heute Nacht feiern wir den Sieg der Demokratie", sagte Toledo in der Nacht zum Montag vor begeisterten Anhängern in Lima. "Ich will der Präsident aller Peruaner sein", fügte Toledo hinzu, der indianischer Abstammung ist. Er kündigte an, den Lebensstandard der 26 Mill. Einwohner erhöhen zu wollen, von denen mehr als die Hälfte in Armut lebt. Im Wahlkampf hatte er versprochen, eine Million Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln. Toledo wurde in den USA ausgebildet und war Professor an einer Wirtschaftsuniversität sowie ein Berater der Weltbank. Er tritt das Präsidentenamt am 28. Juli an.

15 Mill. Wahlberechtigte waren aufgerufen, sich zwischen Toledo und Garcia zu entscheiden, die bei der ersten Runde im April die meisten Stimmen erreicht hatten. Garcia sagte nach der Wahl am Sonntag, "der Moment ist wohl gekommen, um Herrn Toledo zu seinem Sieg zu gratulieren." Er werde mit Toledo loyal zusammenarbeiten, um das Land wirtschaftlich und sozial voranzubringen. Garcia war von 1985 bis 1990 Präsident Peru.

Der Schriftsteller Mario Vargas Llosa sagte, Toledo müsse sofort damit anfangen, "dieses halbtote Land" wiederzubeleben. Er sprach von einem "symbolischen Triumph" nach Toledos Wahlniederlage gegen Fujimori bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr. Die damalige Wahl war von Beobachtern als undemokratisch bezeichnet worden. Der Kongress hatte Fujimori im vergangenen Jahr nach Korruptionsvorwürfen abgesetzt. Die Abgeordneten warfen Fujimori vor, moralisch unfähig zu sein, das Amt des Staatsoberhauptes auszuüben. Fujimori lebt inzwischen im Exil in Japan, woher seine Vorfahren stammen.

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