Nachfolger von Arpad Göncz im dritten Anlauf gewählt
Ferenc Madl, der neue Staatspräsidenten Ungarns

dpa BUDAPEST. Mit größeren Schwierigkeiten als erwartet ist am Dienstag der 69-jährige Rechtswissenschaftler Ferenc Madl zum neuen Staatspräsidenten Ungarns gewählt worden. Bei der geheimen Abstimmung im ungarischen Parlament erhielt Madl erst im dritten Anlauf die nötige Mehrheit. Für den einzigen zur Wahl stehenden Kandidaten stimmten 243 von 351 anwesenden Abgeordneten, 96 votierten gegen ihn, zwölf gaben ungültige Stimmzettel ab.

Der erste Wahlgang am Montag sowie ein zweiter am Dienstag waren ergebnislos verlaufen, weil Madl die notwendige Mehrheit von zwei Dritteln aller 386 Parlamentarier verfehlte. Im dritten Anlauf reichte schließlich die einfache Mehrheit der anwesenden Abgeordneten. Madl, der im Anschluss an seine Wahl den Amtseid ablegte, tritt am 4. August die Nachfolge des Liberalen Arpad Göncz an, dessen zweite Amtsperiode damit zu Ende geht.

Der auch international angesehene Wissenschaftler - unter anderem ist er Ehrenprofessor der Universität München - genießt in der breiten ungarischen Bevölkerung noch keine große Bekanntheit. Zwischen 1990 und 1994 war er unter anderem Kultusminister in der konservativen Regierung.

Nach Ansicht von Beobachtern wird es Madl nicht leicht haben, aus dem Schatten von Göncz zu treten. Der Schriftsteller und ehemalige politische Häftling hatte durch seine unmittelbare und volksnahe Art, aber auch durch sein Eintreten für demokratische Prinzipien eine beispiellose Beliebtheit gewonnen.

Wegen seines immensen Fachwissens auf dem Gebiet des Privat- und Völkerrechts und der Rechtsphilosophie wird Madl von ehemaligen Studenten und Gesinnungsfreunden "Herr Professor" genannt. Darüber hinaus ist er ein begeisterter Konzert- und Museumsbesucher und ausgesprochener Vielleser. Seinen auch von Oppositionspolitikern geschätzten Pragmatismus verbindet er mit einer gefestigten christlich-demokratischen Weltanschauung.

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