Nachfrage nach Blue Chips
US-Börsen schließen im Plus

Fundamentale Nachrichten, die dem Gesamtmarkt eine bestimmte Richtung geben könnten, fehlen nach Angaben von Händlern. Die anhaltende Skepsis der Anleger mit Blick auf möglicherweise undurchsichtige Bilanzierungsmethoden bestimme die Kursentwicklung einzelner Aktien, heißt es.

rtr NEW YORK. Die Investoren setzten in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld offenbar auf bewährte Titel der "Old Economy", sagten Händler. Der Dow-Jones-Index stieg zum Handelsschluss um 133,47 Punkte bzw. 1,36 % auf 9 968,15 Zähler. Auch der technologielastige Nasdaq-Index drehte ins Plus und schloss 0,48 % bzw. 8,30 Stellen höher auf 1 724,54 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index beendete die Sitzung 0,82 % fester auf 1 089,84 Punkten.

"Man investiert in etwas, das einfach und leicht zu verstehen ist und das es schon eine lange Zeit gibt", sagte Brian Pears, Leiter Aktienhandel bei Victory Capital Management. "Weil man sich in einem solchen Umfeld nicht die Finger verbrennen will, wird man langweilig." Für die Kursgewinne seien auch Eindeckungen der Anleger auf dem niedrigen Niveau verantwortlich, fügte Pears hinzu.

Die Investoren suchten Händlern zufolge Industriewerte wie Minnesota Mining & Manufacturing (3M) , die rund 2,6 % auf 119,00 Dollar zulegten. Gewinnen konnten auch die Titel des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble , die rund drei Prozent auf 85,60 Dollar anzogen.

Sorgen um die Entwicklung der Unternehmensgewinne und mögliche unsaubere Bilanzierungspraktiken weiterer US-Konzerne überschatteten jedoch weiterhin den Markt, sagten Börsianer.

Die Ankündigung des Elektronikeinzelhändlers Circuit City Stores , die Gewinne würden in den Jahren 2002 und 2003 unter den Ausgaben für die Renovierung und den Umzug einzelner Filialen leiden, habe die Investoren enttäuscht. Circuit City hatte außerdem mitgeteilt, die Umsätze im Januar und Februar seien unter den Erwartungen geblieben. Die Aktie gab rund 30 % auf 16,55 Dollar nach.

Die Titel des viertgrößten Software-Herstellers der Welt, Computer Associates International, verloren rund 15 % auf 15,99 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Nach Angaben des Unternehmens haben US-Staatsanwälte und die Börsenaufsicht SEC Ermittlungen gegen den Konzern aufgenommen. In Medienberichten war diese Woche über Verstöße des Unternehmens gegen Bilanzrichtlinien spekuliert worden. Die Investmentbank Salomon Smith Barney senkte ihre Bewertung für die Aktie auf "Neutral" von "Kaufen".

Finanztitel standen nach Händlerangaben unter Druck, nachdem eine Untersuchung der US-Bankenaufsicht in die Geschäfte des Finanzkonzerns J.P. Morgan Chase mit dem zahlungsunfähigen Energiehändler Enron bekannt geworden sei. Die Nachricht habe die Aktie auf ein Dreijahrestief gedrückt, sagten Händler. Die Titel von J.P. Morgan Chase notierten rund 3,3 % schwächer auf 28,19 Dollar, nachdem sie zuvor mit einem Minus von 6,5 % den tiefsten Stand seit Oktober 1998 erreicht hatten.

An den US-Bondmärkten gewannen die richtungweisenden zehnjährigen Notes 7/32 auf 100-11/32 Punkte und rentierten mit 4,83 %. Die 30-jährigen Bonds legten 14/32 auf 100-16/32 Punkte zu, wobei sich eine Rendite von 5,34 % ergab.

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