Nachfragebelebung zum Jahresende erwartet
Technologiebranche hofft weiter auf Markterholung

Der Optimismus der Technologie-Branche über eine baldige Markterholung ist auch nach den jüngsten Äußerungen der Hewlett-Packard-Chefin über eine globale Verlangsamung der Nachfrage ungedämpft. Konkurrent Fujitsu-Siemens rechnet wie andere Technologiekonzerne weiter mit einer Nachfragebelebung zum Jahresende.

Reuters MÜNCHEN/NEW YORK. "Europa zeigt nicht dieselbe Schwäche wie die USA", sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Von einem globalen Trend könne also nicht die Rede sein. Auch Analysten sehen in der letzten Negativmeldung aus den USA keinen Rückschlag für die Marktentwicklung. "Das Grundszenario einer Besserung zum Jahresende bleibt intakt" , sagte Roland Pitz von der HypoVereinsbank.

Carly Fiorina, Vorstandschefin des weltweit drittgrößten Computerherstellers Hewlett-Packard, hatte am Mittwoch vor Analysten ein trübes Bild gezeichnet. Das Unternehmen sehe sich mit einer globalen Verlangsamung der Nachfrage konfrontiert, die sich über alle Geschäftsbereiche erstrecke. "Wir sehen diese Schwäche in allen Sparten und in allen Regionen", sagte Fiorina. Vor allem in den USA und in Europa verlaufe der Absatz schleppend, und diese Entwicklung sei auf Asien und Lateinamerika übergeschwappt. Deshalb sei es auch nicht mehr sicher, ob Hewlett-Packard die schon einmal nach unten revidierten Umsatzprognosen erreiche.

Auch der weltweit zweitgrößte Computerhersteller Compaq sowie Sun Microsystems und der Kleincomputer-Spezialist Palm hatten in den vergangenen Wochen über eine schleppende Nachfrage berichtet. Compaq-Chef Michael Capellas sprach am Mittwoch dabei auch von einer Abschwächung des europäischen Marktes. "Die erneute Warnung sollte eigentlich keinen mehr überraschen", sagte Craig Braemer, Fondsmanager bei Highmark Growth Fund. Das könnte auch die Aktienkurse der Technologiewerte belasten.

Die deutschen Blue-Chip-Technologiewerte Siemens, Epcos und Infineon verbuchten am Donnerstag ohne Ausnahme Kursverluste. Die Aktien des Chipproduzenten Infineon fielen sogar um mehr als zwei Prozent auf 38,41 Euro.

"Das Stimmungbild ist immer noch eingetrübt, vielleicht verhalten optimistisch", sagte Pitz. Mit der erhofften konjunkturellen Erholung in den USA, der Stabilisierung der Wechselkurse und neuen Produktgenerationen sehe er eine Markterholung gegen Ende des Jahres. Darauf hofft auch der Halbleiterhersteller Infineon, der derzeit als Lieferant von Speicherchips vor allem an die Computerindustrie unter der Nachfrageschwäche leidet. "Unsere Aussage steht weiterhin: Wir sehen derzeit eine Nachfrageschwäche bei Speicherchips und im Mobilfunk, rechnen aber mit einer Markterholung in der zweiten Hälfte dieses Jahres", sagte eine Sprecherin.

Europas zweitgrößter Computerhersteller Fujitsu Siemens, ein Gemeinschaftsunternehmen der Siemens AG und der japanischen Fujitsu, sieht die Schwierigkeiten vor allem im Konsumentenmarkt. "Hier ist es schwer, profitabel zu wachsen", sagte die Unternehmenssprecherin. Weiterhin deutliche Wachstumsraten erwarte der Konzern dagegen mit Produkten für die Geschäftskunden - vom Server bis zum Notebook in hohen Stückzahlen. Insgesamt rechnet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr mit einem profitablen Umsatzwachstum von zehn Prozent.

Impulse für den Markt für PCs erhoffen sich die Computerkonzerne auch von dem neuen, auf das Internet zugeschnittene Microsoft-Betriebssystem "Windows XP". "Wir hoffen auf einen Nachfragesprung bei PCs mit der Windows XP", sagte Hewlett-Packard-Chefin Fiorina. Windows XP soll am 25. Oktober auf den Markt kommen.

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