Nachfragespitze ist erreicht
EADS rechnet 2001 mit Rückgang beim Auftragseingang

Nach dem anhaltenden Aufschwung sei bei der Nachfrage die Spitze nun erreicht, sagte Co-Vorstandschef Hertrich. In der Sparte Verteidigung und Zivile Systeme rechnet er sogar mit Verlusten.

Reuters MÜNCHEN. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS rechnet nach Angaben von Co-Vorstandschef Rainer Hertrich für das laufende Jahr mit einem Rekordwert bei Auftragseingang und Umsatz, erwartet 2001 aber rückläufige Bestellungen bei Airbus-Flugzeugen. Das um Sondererträge bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Vorjahres von 1,245 Mrd. Euro werde die im Juli 2000 fusionierte European Aeronautic Defense and Space Co ebenfalls "auf jeden Fall überschreiten", sagte Hertrich am Dienstagabend in München. Die Synergieeffekte aus der Fusion könnten mit einer Milliarde Euro fast doppelt so hoch ausfallen als geplant, fügte er hinzu.

Beim Umsatz des Konzerns zeichne sich kurz vor dem Jahresende ein Wachstum von sieben Prozent gegenüber den 22,55 Mrd. Euro ab, die die EADS-Gründungsmitglieder Dasa, Aerospatiale-Matra und Casa zusammen nach den Pro-forma-Zahlen für 1999 erwirtschaftet hatten, so Hertrich weiter. Bis Ende November seien bei Airbus 480 Verkehrsflugzeuge bestellt worden. Der Auftragseingang der EADS hatte nach neun Monaten mit 31,2 Mrd. Euro den Wert von 1999 bereits übertroffen.

"Unser Auftragsbestand ist einzigartig in der Branche", sagte Hertrich. Mit 1621 Flugzeug-Bestellungen habe die EADS - Tochter Airbus den Konkurrenten Boeing (1606) überholt und den angepeilten Anteil von 50 % am Weltmarkt erreicht. Wertmäßig liege der Luftfahrtriese aus den USA bei den Bestellungen aber noch mit 60 % vorn. Die Produktion sei noch auf vier oder fünf Jahre ausgelastet, sagte Hertrich. Bereits im kommenden Jahr rechnet der Co-Vorstandschef bei Airbus (korrekt) jedoch mit einem Auftragsrückgang von 20 bis 30 %, bei allerdings weiter steigenden Umsätzen. Nach einem anhaltenden konjunkturellen Aufschwung sei die Auftragsspitze nun wohl erreicht. Einen Einbruch hatte die DaimlerChrysler Aerospace (Dasa) allerdings schon für das Jahr 2000 erwartet.

Starker Doller wirkt sich positiv auf den Ertrag aus

Die aus der Fusion der drei nationalen Luftfahrtkonzerne erwarteten Einspareffekte von 580 Mill. Euro bis 2004 werde die EADS aller Voraussicht nach übertreffen, sagte der Co-Vorstandschef weiter. Interne Planungen gingen von einer Milliarde Euro aus. Im laufenden Jahr ergäben sich jedoch noch keine derartigen Effekte.

Ein anhaltend starker Dollar würde den Konzern nach Angaben Hertrichs seinen Ertragszielen früher als geplant näher bringen. Bliebe der Dollarkurs gegenüber dem Euro konstant, wäre die für 2004 geplante Umsatzrendite von acht Prozent auf Basis des Ebit bereits ein Jahr früher erreichbar, sagte er. 2004 könnte die EADS dann bereits bei zehn Prozent liegen. "Das würde uns die gesamte Entwicklung des Airbus A3XX finanzieren", so Hertrich.

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