NACHGEFRAGT:ABDALLAH FRANGI
„2005 gibt es einen Staat Palästina“

Kann das Treffen in Akaba dem Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern wieder Dynamik verleihen?

Die Tatsache, dass US-Präsident George W. Bush dorthin gekommen ist und zuvor den ägyptischen Präsidenten und die anderen wichtigsten arabischen Politiker getroffen hat, zeigt, dass er jetzt auch umsetzen möchte, was er bisher erklärt hat. Das ist ermutigend.

Sie glauben also Bushs Versprechen, sich nicht nur kurzfristig zu engagieren?

Das Interesse der Vereinigten Staaten konzentriert sich heute doch auf Nahost - nicht mehr auf Europa.

Wird sich Scharon angesichts der starken Opposition innerhalb seiner eigenen Regierung Bushs Forderungen beugen?

Militärisch konnte Scharon das Problem nicht lösen. Folglich kann er nicht länger eine Politik betreiben, die die Meinung der Nachbarn oder jene der Vereinigten Staaten und der Europäer ignoriert. Ich glaube, er kennt seine Grenzen. Und die Opposition innerhalb seiner Regierung ist nicht so stark, als dass er nicht in die richtige Richtung gehen könnte.

Was unterscheidet Bushs Nahost-Strategie von jener Bill Clintons?

Clinton hat immer nur versucht, zwischen den konträren Standpunkten zu vermitteln. Die jetzige US-Regierung hat mit den anderen Vertretern im "Quartett" eine eigene Vorstellung entwickelt, wie der Frieden erreicht werden kann. Und diese will sie auch durchsetzen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Die Road-Map nennt bereits den kommenden August als Termin für die Proklamierung eines provisorischen Palästinenserstaates. Ist das realistisch?

Natürlich! Die Weltgemeinschaft hat sich doch gegenüber diesem Staat verpflichtet.

Und Ihre Prognose für 2005?

Dann werden die Palästinenser ihren Staat haben - auch wenn es noch Schwierigkeiten geben kann.

Wird die Intifada jetzt beendet?

Die Intifada war nie ein Ziel der Palästinenser. Sie war ein Mittel, um ein Ziel zu erreichen. Das hat die Welt erkannt. Wenn wir einen Staat bekommen, ist kein Aufstand mehr notwendig.

Das Gespräch führte Ewald Stein.

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