Nachgefragt: Alexander Klatt, Leiter des Bereichs Optionsscheine bei der Citigroup
„Auf die Gewichtung kommt es an"

Alexander Klatt, Leiter des Bereichs Optionsscheine bei der Citigroup, über die wichtigsten Kennzahlen für an Optionen interessierte Anleger und deren Risikobereitschaft.

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Aktien-Optionen zu kaufen?

Aufgrund der niedrigen Volatilitäten (erwarteten Schwankungbreiten der Aktienkurse) der letzten Monate scheint eine Kaufposition in Optionen durchaus interessant zu sein. Der VDax als Gradmesser für die Volatilität ist von über 50 in der Spitze im Januar auf aktuell deutlich unter 30 gefallen. Auch bei den meisten Aktienoptionen sind die Optionsprämien im Vergleich zu Januar deutlich gesunken. Allerdings sollte man erwähnen, dass wir in den letzten Jahren auch niedrigere Volatilitäten (VDax-Niveaus unter 20) hatten.

Was raten Sie einem eher konservativen Anleger, der wegen der Portfoliodiversifikation einen begrenzten Depotanteil in Derivate investieren will?

Ohne die genaue Situation des Investors (zum Beispiel Anlageziel, Alter oder Vermögenssituation) zu kennen, ist es sehr schwer, einen Richtwert zu nennen. Zudem kommt es auf die Einsatzweise der Derivative an. Sie können ja auch als risikomindernde Depotbeimischung eingesetzt werden, zum Beispiel beim Verkauf einer Kaufoption auf eine bestehende Aktienposition. Generell empfiehlt es sich, gemeinsam mit seinem Anlageberater die richtige Gewichtung von Derivaten in einem Depot festzulegen. Derivate als Hebelinstrument eingesetzt sollten dabei nur selten einen Anteil von 10 Prozent am gesamten Depot überschreiten.

Was sind die wichtigsten Kennzahlen bei der Auswahl der Optionen für Anleger?

Es gibt verschiedene Einflussfaktoren, die bei Auswahl der Optionen wichtig sind. Dabei sind in erster Linie die verschiedenen Kennzahlen mit griechischen Buchstaben, etwa das "Delta", zu erwähnen. Viele Emittenten bieten auf ihren Internetseiten Kurse und Erläuterungen zu den verschieden Kennzahlen. Auch gibt es bei einigen Banken Optionsscheinrechner, mit denen man mit den einzelnen Einflussfaktoren, wie Veränderung des Basispreises (Delta), Veränderung der Volatilität (Vega) oder dem Zeitwert (Theta) an der aktuellen Produktpalette simulieren kann. Eine der wichtigsten Handelsempfehlungen ist, dass der Investor sich mit dem Produkt und somit sowohl mit dessen Chancen als auch mit dessen Risiken auseinandersetzt, bevor er sich darin engagiert.

Sind Anleger derzeit wieder risikobereiter?

Ja. Das lässt sich etwa an den Umsätzen von Hebelprodukten ablesen, bei denen von Januar bis September eine klar steigende Tendenz zu erkennen ist. So betrugen die Umsätze in Optionsscheinen und "Turbo"-Zertifikaten im Januar rund 7 Mrd. Euro, im September waren es bereits 9 Mrd. Euro.

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