Nachgefragt: Dr. Gerhard Florin
„Wir haben ein Imageproblem“

Das Handelsblatt sprach mit Dr. Gerhard Florin, Senior Vice President beim Branchenriesen Electronic Arts, über die Situation der deutschen Spieleindustrie im internationalen Vergleich.

Der deutsche Markt für Videospiele wächst, liegt in Europa aber weit zurück. Warum?

Unter anderem, weil unsere Industrie ein Imageproblem hat. Videospieler gelten als ,Einsam, dumm und brutal?. Wir haben es noch nicht geschafft, dieses Vorurteil abzubauen.

In anderen Ländern ist das nicht so?

In Großbritannien liegt die Haushaltsdurchdringung mit Videokonsolen bei gut 16 %, bei uns bei 4 %. Würden wir es schaffen, alle europäischen Länder auf das britische Niveau anzuheben, würde das alleine für Electronic Arts einen Umsatzschub um rund 500 Mill. $ bedeuten.

Wie könnte das erreicht werden?

Durch eine neue Informationspolitik, durch mehr massentaugliche Spiele und neue Ideen für die Hardware. Untersuchungen haben zum Beispiel gezeigt, dass gerade Mädchen den klassischen Konsolen-Controller nicht mögen.

Wie sehen aktuell die Perspektiven für den deutschen Videokonsolenmarkt aus?

2003 und 2004 werden wir noch einmal Wachstum sehen wie 2002. Während der Gesamtmarkt um 8 % gefallen ist, haben Konsolenspiele um 20 % zugelegt. Electronic Arts konnte um 50 % wachsen.

Womit begründen Sie diesen Optimismus?

Sony hat von der Playstation 1 gut 60 % der Stückzahl erst verkauft, als der Preis unter 129 Euro lag. Davon sind wir bei der Playstation 2 (PS 2) noch weit entfernt. Es wird 2003 deutliche Preissenkungen geben.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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