Nachgefragt: Heide Ecker-Rosendahl*
Ecker-Rosendahl: „Meine Unruhe hat sich relativiert“

Dass Düsseldorf im Evaluierungsbericht nur auf Rang vier liegt, bereitet der Vorsitzenden des Düsseldorfer Bewerbungskomitees keine schlaflosen Nächte. Die Region werde ihre Stärken in den kommenden Tagen und wochen noch einmal deutlich machen.

Frau Ecker-Rosendahl, was war Ihre erste Reaktion, als Sie erfuhren, dass Düsseldorf im Evaluierungsbericht nur auf Rang vier liegt?

Am Anfang war ich schon etwas überrascht. Aber als ich den Text des NOK in dem Bericht gelesen hatte, hat sich meine Unruhe relativiert.

Wieso?

Uns wurden in den Kriterien, die die Sportfachverbände direkt betreffen, etwa der Erfahrung mit sportlichen Großveranstaltungen, die besten Noten gegeben. Und diese Erfahrung ist nicht in den vier Wochen bis zur eigentlichen Wahl nachzuholen.

Im Gegensatz zu den schlechten Noten beim Transport, der Konzeption des Olympischen Dorfes und der öffentlichen Unterstützung ?

Unsere vorhandenen Stärken in diesen Bereichen müssen wir noch einmal deutlich machen. Das haben wir auch schon getan, leider ist das im Bericht noch nicht vollständig gewürdigt worden. So werden geschützte Flächen definitiv nicht mehr für das Olympische Dorf benötigt.

Das Konzept der "Region-Bewerbung" scheint aber nicht so gut anzukommen. NOK-Präsident Klaus Steinbach forderte erst kürzlich eine "kompakte Bewerbung".

Alle unsere Sportstätten sind in 45 Minuten vom Olympischen Dorf aus zu erreichen - viele wesentlich schneller. Das ist kompakter als Atlanta oder Sydney. Es ist eher eine Sache der Vorstellung: Wenn man von Düsseldorf nach Dortmund fährt, fährt man durch eine Stadtlandschaft. Aber man ist schnell da. Das müssen wir nur nachdrücklich kommunizieren.

Aber dennoch ist das Hamburger Konzept viel kompakter.

Auch hier finden Wettkämpfe außerhalb statt, etwa in Bremen, Kiel oder Schwerin.

Und wie begegnen Sie der bemängelten geringen Olympia-Unterstützung durch die Bevölkerung?

Wenn man die NOK-Evaluierung zu Grunde liegt, unterstützen uns 73,6 Prozent der Region. Bei elf Millionen Einwohnern sind dies über acht Millionen. Keine deutsche Stadt hat überhaupt so viele Einwohner. Es ist eben einfacher, in einer kleineren Stadt eine 100-prozentige Unterstützung hinzubekommen.

Also alles nicht so schlimm?

Die zentrale Botschaft des Berichts lautet: Alle Bewerber haben ausgezeichnete Konzepte und sind der in Lage, erstklassige Spiele durchzuführen. In der Sprache des Sports: Alle haben den Vorlauf geschafft, jeder kann den Endlauf gewinnen. Das hätte ich übrigens auch gesagt, wenn der Bericht uns auf Rang eins gesetzt hätte.

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* Die frühere Leichtathletik-Olympionikin Heide Ecker-Rosendahl ist die Vorsitzende des Düsseldorfer Bewerbungskomitees.

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