NACHGEFRAGT: HEINER KAMPS
„Kompetenz um sich geschart“

Herr Kamps, Ihr Geschäftspartner Boris Becker ist nach seiner Tenniskarriere nicht zuletzt durch berufliche Pleiten und Pannen aufgefallen. Haben Sie nicht ein ungutes Gefühl, wenn Sie mit ihm gemeinsame Sache machen?

Man kann ja über Boris Becker reden, wie man will. Fakt ist, dass er alle Türen öffnet. In Deutschland und auch international.

Becker gab sich immer als Anhänger der New Economy. Glauben Sie, dass er aus seinen Fehlern lernt und Sie und Ihr weiterer Partner Hans-Dieter Cleven als eine Art Lehrer fungieren?

Der Lehrer ist das Leben. Richtig ist aber, dass er nun eine Menge Kompetenz um sich geschart hat. Was er derzeit macht, macht er professionell. Im Übrigen produziert jeder Fehler. Noch ein Wort zur New Economy: Aus heutiger Sicht hätte es sie besser nie gegeben.

Auffällig ist, wie sehr sich Becker in seine Aufgabe reinkniet. Neuerdings taucht er sogar zu Redaktionsbesuchen bei Hamburger Lokalzeitungen auf. Wie kommt?s?

Vielleicht ist es der Einfluss von zwei Unternehmern, wer weiß? Ich werte das jedenfalls sehr positiv. Als ich seinerzeit eine Filialbäckerei in Hamburg gekauft habe, war ich auch täglich vor Ort.

Wie sehr spielt eigentlich Eitelkeit eine Rolle, wenn Sie sich mit einem wie Becker umgeben?

Ich könnte es mir doch viel leichter machen und einen Promi kaufen.

Zurück zum Tennis. Ihr Vertrag mit dem Deutschen Tennis-Bund wurde kritisiert, weil Sie die Situation des klammen Verbandes schamlos ausgenutzt hätten.

Das Investment beinhaltet ein gewisses Risiko. Wenn es nicht klappt, geht es ans Portemonnaie von Herrn Kamps und Herrn Cleven. Beim Deutschen Tennis-Bund dagegen, bei dem es um Sein oder Nichtsein ging, muss niemand ums eigene Geld fürchten. Das ist letztlich wie bei Politikern - die haften auch nicht persönlich.

Sie sprechen von einem "gewissen Risiko". Klingt so, als wenn Sie sich keine großen Sorgen machen müssen.

Wir reden hier nicht von einem Giganten-Investment. Und das Hamburger Rothenbaum-Turnier ist nicht risikoreicher, als wenn ich einem Vermögensverwalter mein Geld anvertrauen würde.

Warum?

Manche dieser Fondsmanager rühmen sich ja schon, wenn sie in der jetzigen Situation eine Null-Rendite erzielen. Das aber sind für mich keine Gewinner. Ich war ohnehin immer dann besonders erfolgreich, wenn ich etwas allein angepackt habe.

Die Kamps-Erfolgsgeschichte allerdings haben Sie nicht zu Ende geschrieben.

Das ist die Gefahr, wenn 85 Prozent der Aktien öffentlich platziert sind. Dann ist alles möglich.

Hat sich Ihr Leben seither sehr verändert? Ist es womöglich langweiliger geworden?

Nein. Ich habe mal überlegt, in einem Buch alles zusammenzuschreiben, was ich hautnah erlebt habe. Vor allem über die Hintergründe des Finanz- und Kapitalmarktes. Es gab Banken, die sahen Kamps damals bei 50 bis 70 Euro und ein halbes Jahr später nur noch bei fünf bis zehn. Da gibt es viel zu erzählen, am besten in Romanform.

-------------------------------------------------------------------------------- Die Fragen stellte Erich Ahlers.

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