NACHGEFRAGT: JAMES CARDILLO
„Alle leiden unter Überkapazitäten“

Auf dem Lkw-Markt wird es weitere Fusionen geben. Wie groß ist derzeit die Gesprächsbereitschaft?

Als die Nutzfahrzeugbranche boomte, waren Fusionen ein ganz großes Thema. Momentan im rückläufigen Markt ist jeder Hersteller mit den eigenen Problemen beschäftigt. Kostenreduzierung und Kapazitätsanpassungen haben Priorität.

Wie hoch schätzen Sie die Überkapazitäten in Europa?

Sie dürften noch zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Im nächsten Jahr muss Volvo seinen Anteil an Scania veräußern. Spätestens dann wird sich das Kräfteverhältnis im Markt verändern. Will dann auch DAF oder die Muttergesellschaft Paccar auf Einkaufstour in Europa gehen?

Man soll nie "nie" sagen. Doch unser vorrangiges Ziel ist, aus eigener Kraft in Europa zu wachsen. Wir haben seit 2000 unseren Marktanteil in Europa bei schweren Lastwagen von 9,7 auf 11,6 % verbessert. In fünf Jahren wollen wir 15 % erreichen. Das schaffen wir durch den Ausbau unseres Händler- und Servicenetzes. Das sehen wir als den erfolgreicheren Weg an.

Ihr Händler- und Servicenetz könnten Sie aber schneller ausbauen zum Beispiel durch die Übernahme von Iveco. Es heißt, DAF und Iveco würden sich gut ergänzen.

Warum sollen wir uns in einem Markt mit Überkapazitäten weitere Produktion zulegen. Da handeln wir uns nur Probleme ein. Das ist nicht das Vorgehen von Paccar und DAF. Außerdem wachsen wir auch derzeit schon in Südeuropa.

Paccar gilt als konservative Firma mit solider Finanzpolitik. Ist Paccar deswegen noch nicht in Asien aktiv?

Paccar ist auf schwere Lkw fokussiert. Wir können nicht wie Wettbewerber Fehler mit anderen Sparten ausgleichen. Ich bin mir aber sicher, wenn sich eine gute Gelegenheit gibt, wird Paccar auch in Asien aktiv werden.

James Cardillo ist Präsident von DAF-Trucks.

Die Fragen stellte Brigitte

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