NACHGEFRAGT: JAN HATZIUS
„Die nächsten Monate werden furchtbar“

Erwarten Sie eine weiche oder eine harte Landung in den USA?

Es ist ziemlich klar, dass die nächsten Monate furchtbar werden. Wir erwarten eine schrumpfende US-Wirtschaft im ersten Quartal und im zweiten Quartal ein niedriges Wachstum. Das ist keine Rezession im strengen Sinn, aber verdammt nah dran. Wir rechnen damit, dass die Fed sich richtig ins Zeug legt und zusammen mit Steuersenkungen eine Rezession vielleicht noch verhindern kann. Aber es wird sehr knapp.

Wie sind die Auswirkungen auf Europa?

Ich erwarte, dass Europa in Mitleidenschaft gezogen wird. Es gibt seit vielen Jahren einen Vorlauf der US-Konjunktur gegenüber Europa. Aber ich rechne nicht damit, dass Europa auch nur annähernd so stark einbricht wie die USA. Beim privaten Verbrauch ist die Lage dort sehr angespannt. Wenn die Börsen weiter sinken, müssen die US-Verbraucher wieder mehr sparen, und das wird auf Kosten des Konsums gehen. Dieses Problem besteht in Europa nicht.

Wie sollen Anleger reagieren?

Die aggressivste Empfehlung lautet: Keine Dollars halten. Der Dollar ist klar überbewertet und wird sich weiter abschwächen. Das zweitaggressivste Urteil lautet: Europäische Anleihen sind attraktiv. Denn je schlechter die US-Konjunktur läuft, desto wahrscheinlicher werden Zinssenkungen auch in Europa. Und europäische Rentenpapiere sind noch nicht so stark gestiegen wie US-Anleihen. Für den Aktienmarkt sind unsere Strategen inzwischen relativ optimistisch, weil die Kurse schon weit gesunken sind.

Die Fragen stellte Tobias Moerschen.

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