Nachgefragt: Karl-Matthäus Schmidt
„Consors geht aktiv die Konsolidierung an“

Herr Schmidt, Ihnen wird vorgeworfen, die Verhandlungen mit der Commerzbank scheiterten an Ihren Forderungen. Sind Sie zu gierig?
Es ist wie beim Fußball, während andere noch nachtreten, konzentrieren wir uns weiter auf das Spiel; dass heißt die Weiterentwicklung von Consors. Außerdem wundere ich mich darüber, dass man versucht, mir den schwarzen Peter zuzuspielen, weil ich angeblich zu hoch pokere. Consors ist eine starke Marke und im Vergleich zum Wettbewerb an der Börse zu niedrig bewertet.

Wie kommt es, dass wiederholt Details aus Gesprächen an die Öffentlichkeit gelangen. Erst bei der DAB Bank, nun bei der Commerzbank. Steckt dahinter System, wollen einige Interessenten hier den Preis drücken?
Ja, durchaus. Dahinter steckt offensichtlich das System, uns an der Börse, bei unseren Aktionären und bei unseren Kunden zu diskreditieren. Neue Geschäftsmodelle müssen für Consors und seine Aktionäre stimmen.

Welche Rolle spielt Consors im laufenden Konsolidierungsprozess unter den Online-Brokern? Eine aktive oder eher eine passive?
In der Tat, wir halten den Konsolidierungsprozess für sinnvoll. Wie die Kooperations- oder Fusionspartner dann letztlich heißen werden, weiß heute noch niemand.

Vor wenigen Monaten hieß es von der Mutter Schmidt Bank noch, Consors sei unverkäuflich. Das ist offensichtlich nicht mehr so. Wird zuviel Eigenkapital benötigt, um die gegenwärtig schwierige Phase alleine durchzustehen?
Es ist richtig, dass die derzeitige konjunkturelle Lage das Kreditgeschäft nicht einfacher macht. Wir durchleben gerade große Veränderungen in unserer Branche und das geht an keinem Institut, auch nicht an der Schmidt Bank, spurlos vorüber. Aus diesem Grund denken wir durchaus über das Geschäftsmodell von Schmidt Bank und Consors nach.

Wieviele Online-Broker haben überhaupt Platz in Deutschland oder Europa?
Ich gehe davon aus, dass am Ende des Tages drei bis vier Online-Broker übrig bleiben werden. Consors wird einer davon sein.

Hat sich Consors nicht zu breit aufgestellt? Die mehrheitliche Übernahme der BEG und das Investmentbanking kosten doch richtig Geld?
Mit unserem Makler Berliner Effekten Gesellschaft (BEG), haben wir ein einmaliges Modell aufgebaut. Wir verlängern hier nach amerikanischem Vorbild die Wertschöpfungskette und internalisieren den Orderflow, das heißt: Wir werden hier gutes Geld verdienen.

Was unser kleines Investmenthaus Consors Capital Bank angeht, hätte das Timing nicht schlechter sein können. Derzeit sind einfach keine Börsengänge zu verkaufen. Von daher denken wir intensiv über eine Weiterentwicklung beziehungsweise Erweiterung des Geschäftes nach. Wir werden bald darüber berichten.

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