Nachgefragt: Kasper Rorsted
Computerbranche: "Die Osteuropäer sind viel aggressiver"

Kasper Rorsted ist Managing Director des Computerherstellers HP für Europa, Nahost und Afrika. In Osteuropa sieht es ein riesiges Outsourcing-Potenzial.

In Davos ist viel Optimismus für die Computerbranche zu spüren. Kehrt das Wachstum der Neunzigerjahre zurück?

Die IT-Industrie wird leicht stärker wachsen als die Gesamtwirtschaft, aber sie ist heute eine reife Branche, die nur noch in Teilbereichen weit überdurchschnittlich wächst.

HP sieht sich als Marktführer in Europa. Wo sehen Sie die größten Chancen für sich?

Ganz klar in Osteuropa. Hier wird der Markt in den nächsten Jahren um zehn bis fünfzehn Prozent wachsen. Und wir haben dort eine starke Präsenz. Gerade der russische Markt wird in den nächsten 18 Monaten große Umsätze bringen.

Was treibt das Wachstum im Osten, der große Nachholbedarf?

Das Geschäft mit den Regierungen bringt uns attraktive Aufträge. Die Staaten Osteuropas richten derzeit hochmoderne IT-Systeme ein. Sie haben natürlich den Vorteil, dass sie von Null anfangen können. Dabei gehen auch wir neue Wege.

Welche zum Beispiel?

Wir haben in Bulgarien eine Public Private Partnership vereinbart. Wir bauen eines der fortschrittlichsten Ausweissysteme der Welt auf und die Regierung bezahlt uns per Ausweis. Genauso läuft es mit den Führerscheinen in Polen.

Nutzen Sie das Weltwirtschaftsforum auch, um neue Kontakte zu Regierungen zu knüpfen?

Sicherlich. Und dabei stellen wir fest, dass osteuropäische Politiker für uns leichter anzusprechen sind als westeuropäische. Sie gehen viel aggressiver an das Thema heran. Ich verstehe auch nicht, warum in der Diskussion um das Outsourcing von IT-Leistungen immer nur von Indien und China die Rede ist. In Osteuropa gibt es dafür doch ein riesiges Potenzial.

Wie wirkt sich eigentlich der starke Euro auf ihr Geschäft aus. Er müsste die Europa-Umsätze doch kräftig aufblähen...

...Nein, so einfach ist das nicht. Unsere Kunden vergleichen die Preise zwischen den USA und Europa. Außerdem wird in der IT-Industrie alles in Dollar abgerechnet. Aber unsere Dienstleistungen werden natürlich zu Euro-Preisen erbracht, so dass hier die in Dollar gemessenen Umsätze steigen. Also bleibt unter dem Strich ein leicht positiver Effekt.

Kasper Rorstedt ist Managing Director des Computerherstellers HP für Europa, Nahost und Afrika.
Die Fragen stellte Dirk Hinrich Heilmann.

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