Nachgefragt: Lucien Thiel
Interview: „Luxemburg bleibt zuversichtlich“

Schlechtere Ergebnisse, Personalabbau und Sozialpläne werfen nun auch Schatten auf Luxemburgs Finanzgewerbe. Wie schlimm steht es um die Institute?

Dass ein auf die internationalen Märkte ausgerichteter Finanzplatz wie Luxemburg nicht ungeschoren wegkommt, wenn überall die Finanzgeschäfte einknicken, liegt auf der Hand. Zwar erzielten die gut 180 Banken im letzten Jahr noch ein leichtes Plus gegenüber dem Spitzenjahr 2000. Doch nun schlug dieWucht der Rezession mit einem Rückgang der Geschäftsergebnisse um 16 % in den ersten neun Monaten zu Buche. Aber Dank vereinzelter außergewöhnlicher Erträge liegt das Bruttoergebnis nur um 3,7 % unter dem des Vorjahres.

Reflektieren die Sozialpläne deutscher Tochterbanken nur Umstrukturierungen und Sparprogramme ihrer Mütter oder haben sie auch vor Ort Rückschläge erlitten?

Dass ein paar deutsche Bankentöchter jüngst auf Sozialpläne zurückgriffen, lässt darauf schließen, dass es sich um Probleme handelt, die in erster Linie mit der Lage der Mutterhäuser zusammen hängen. Jedoch könnten auch Banken anderer Herkunft zum Stellenabbau gezwungen werden, falls sich die Märkte nicht bald erholen. Von Massenentlassung kann allerdings keine Rede sein.

Besteht die Gefahr, dass Luxemburg seine Rolle als führender Investmentstandort verliert?

Der Konjunktureinbruch trifft die Investmentfondsbranche allgemein und weltweit. Aber am Platz Luxemburg haben bislang weder die Zahl der hier verwalteten Fonds noch deren Vermögensvolumen abgenommen.

Welche Sparten haben am stärksten gelitten? Welche Gefahren drohen dem Bankenplatz noch?

Der Platz hat sich im Laufe der Zeit hinlänglich diversifiziert, um Einbrüche in einzelnen Geschäftssparten unbeschadet überstehen zu können.

Das Gespräch führte Klaus C. Engelen.

Quelle: Handelsblatt

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