Nachgefragt: Ludwig Weber
Keine Chance für Fälscher: Erst im September wird das neue Geld vorgestellt

5.4. 2001 DÜSSELDORF. Ludwig Weber ist Eurobargeld-Experte der Hypovereinsbank.

Am 1.1.2002 werden die Eurobanknoten- und Münzen in den Umlauf gegeben. Wie sieht es mit der Sicherheit der neuen Banknoten aus?

Wie wir bislang aus verschiedenen Quellen erfahren haben, soll es sehr gut aussehen. Wir sind optimistisch was die Sicherheit der Banknoten betrifft. Details der Sicherheitskriterien sind allerdings noch nicht offiziell bekannt. Derzeit ist noch alles in Händen der Bundes- bzw. der Europäischen Zentralbank.

Was genau macht die Bundesbank schon jetzt?

Es gibt so genannte "Multiplikatoren-Schulungen". Es werden ausgewählte Bankmitarbeiter zur Bundesbank, bzw. zu den Landeszentralbanken entsandt, um sich dort schulen zu lassen. Die Informationen sollen zu einem späteren Zeitpunkt weiter gegeben werden. Es sind Spezialisten, die dort geschult werden, nicht die breite Masse der Bank-Mitarbeiter. Aus verständlichen Sicherheitsgründen will die EZB mit Informationen nicht voreilig an die Öffentlichkeit gehen.

Woran kann ein Laie erkennen, ob es sich bei einem vorliegenden Geldschein um eine Fälschung oder um eine "echte" Banknote handelt?

Die Sicherheitskriterien werden von der Bundesbank am 1. September veröffentlicht. Vorher werden sie bewusst zurückgehalten, um mögliche Fälschungen zu verhindern. Im Internet und auf Plakaten können die Geldscheine zwar bereits betrachtet werden, allerdings sind diese Grafiken noch nicht in der endgültigen Fassung. Die Farbtöne werden leicht anders sein, als in den Mustern. Auch fehlen noch weitere Kriterien, wie etwa der Sicherheitsstreifen.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind seitens der Geldinstitute geplant, um möglichen Fälschungen vorzubeugen?

Wir werden zunächst einmal ab September intensiv unsere Mitarbeiter vorbereiten. Dabei wollen wir speziell auf die neuen Noten eingehen und erklären, wie sie aussehen und was an Neuerungen zu beachten ist. Es ist eine Sondersituation, in die wir mehr investieren müssen, sowohl personell als auch in neue Prüfgeräte und Zählmaschinen.

Gibt es einen typischen Blick mit dem Sie bzw. Ihre Kollegen die Geldscheine prüfen?

Ja, natürlich. Die Personen, die viel mit Bargeld zu tun haben, merken es oftmals schon mit dem ersten Griff, dass mit einem Geldschein etwas nicht stimmt. Das Papier spielt dabei auch eine entscheidende Rolle. Es ist einfach ein ganz spezielles Material.

Worauf achten Sie außerdem?

Wasserzeichen, Sicherheitsstreifen und natürlich auf die Gesamtoptik. Es sind ganz banale Dinge, auf die wir generell achten und die auch jeder Bürger im Umgang mit Bargeld beachten kann.

Wie wird der Bankkunde über die Sicherheit des neuen Zahlungsmittels informiert?

Es wird hauptsächlich eine Kampagne der Bundesbank sein. Ab 1. September wird die Bundesbank an die Öffentlichkeit gehen, um die neuen Scheine zu präsentieren. Geplant ist eine große Medienkampagne, die schon im Mai zum Abbau der Hortungsbestände beginnt und bis zur endgültigen Einführung weitergeführt wird.

Die Banken schließen sich dann diesem System an?

Wir werden diese Kampagne natürlich mittragen. Primär ist es jedoch die Aufgabe der Bundesbank. Wir werden begleitende Maßnahmen treffen. Die Beratung als Servicemaßnahme versteht sich von selbst. Ob wir zusätzlich zur Bundesbank Prospekte oder Info-Material herausgeben, hängt von den Bedürfnissen der Kunden ab.

Haben Sie Angst davor, dass Ihnen zu Beginn des neuen Jahres verstärkt Fälschungen "untergeschoben" werden könnten?

Es ist eine einmalige Situation, die kein Vorbild hat. Unregelmäßigkeiten sind theoretisch vorstellbar. Allerdings haben alle Beteiligten ein eng geflochtenes Sicherheitsnetz gespannt.

Die Fragen stellte Jens Knetsch

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