Nachgefragt: Markus Koch
"Gute Zeiten für Käufe von Warrants"

Vier Fragen zum Thema Derivate an Markus Koch, der bei UBS in Frankfurt im Bereich Investment Products arbeitet.

Wie sieht das Angebot an Optionsscheinen für Anleger aus?

Gegenwärtig kann der deutsche Anleger zwischen 24 000 Optionsscheinen (Warrants) von über 25 Emittenten wählen. Im Fokus der Emissionstätigkeit der Banken stehen die Favoriten der Anleger: Dax, Euro-Stoxx 50, Euro und europäische Standardwerte. Das Interesse an Optionsscheinen auf US-Indizes und Einzelaktien ist in den letzten Monaten zurückgegangen. Wachsendes Interesse ist indes bei asiatischen Basiswerten festzustellen.

Wie kann der Anleger aus der Masse der Scheine den für ihn richtigen finden?

Bevor sich der Anleger an Optionsscheine wagt, ist eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie unbedingt notwendig, zumal sie sich von Anlagen wie etwa Aktien klar unterscheiden. So unterliegt die Preisentwicklung von Optionsscheinen zahlreichen Parametern, die nicht alle Anleger genügend verstehen oder berücksichtigen. Wie vor jedem Kauf einer Aktie oder eines Indexzertifikats ist die Bildung einer Markterwartung notwendig. Hinzu kommt aber, dass Optionsscheine eine Laufzeit besitzen; das ist eine neue Dimension bei der Anlageentscheidung. Die wichtigste und zugleich am schwierigsten zu verstehende Preiskomponente ist die implizite Volatilität; dies ist die zukünftig erwartete Schwankungsbreite eines Basiswerts wie einer Aktie. Je höher diese Schwankungsbreite ist, desto teurer ist der Optionsschein - das müssen Anleger beim Kauf wissen.

Welchen Optionsscheinebereich halten Sie für attraktiv?

Da kann man keine generelle Aussage treffen. Da sich die impliziten Volatilitäten auf historischen Tiefständen befinden, ist der Kauf von Kauf- wie Verkaufsoptionsscheinen (Calls und Puts) derzeit relativ billig.

Sollten Anleger lieber Optionen oder Optionsscheine kaufen?

Optionsscheine sind sicherlich für Privatanleger das geeignetere Instrument, da hier eine überaus große Auswahl von Basiswerten mit unterschiedlichsten Laufzeiten zur Verfügung steht, die jederzeit und in kleiner Stückzahl gehandelt werden können. Der Erwerb von Optionen bedingt die Teilnahme an einer Terminbörse. Die Anforderungen hierfür sind weitaus höher und somit kommt dies zumeist nur für professionelle Anleger in Betracht.

Die Fragen stellte Kathrin Quandt.

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