NACHGEFRAGT: NORBERT WALTER
„Weiche Landung ist wahrscheinlich“

Erwarten Sie eine weiche oder eine harte Landung in den USA?

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es in Amerika zu einer weichen Landung kommt. Darunter verstehe ich ein Wachstum von zwei Prozent im Jahr 2001. Ich glaube nicht, dass die US-Wirtschaft zwei Quartale hintereinander schrumpft. Ich bin optimistisch, dass der Ölpreis, einer der wichtigsten Dämpfungsfaktoren der jüngeren Vergangenheit, unten bleibt. Wenn nicht, legt die US-Notenbank mit Zinssenkungen noch einmal nach. Wenn die neue Bush-Administration wie erwartet mit dem Kongress an einem Strang zieht und Steuersenkungen und leichte Ausgabensteigerungen beschließt, entfernen sich die Zuwachsraten im zweiten Halbjahr wieder von Null.

Wie sind die Auswirkungen auf Europa?

Natürlich schwächt sich das Exportwachstum ab. Allerdings erhöhen Steuererleichterungen die Nachfrage, was den negativen Effekt dämpft. Der deutsche Export wird dennoch leicht sinken. Ich glaube nicht daran, dass der Euro raketengleich in den Orbit steigt. Denn wenn mein Szenario stimmt, steht die vermutete Rezession in den USA genauso wenig an wie eine durchfallartige Zinssenkung dort.

Wie sollen Anleger reagieren?

Die Anleger sollten in den nächsten drei Monaten hohe Barreserven halten. Ausnahmsweise zähle ich zur Kasse auch die Anleihen, denn Kursverluste durch Zinssteigerungen sind in nächster Zeit eher nicht zu erwarten. Die Leute sollten bei Crashs einsteigen, und zwar in kleinen Monatsraten. Langfristig kann es ohnehin nur heißen: Aktien kaufen, Kasse und Renten abgeben.

Die Fragen stellte Felix Schönauer.

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