NACHGEFRAGT: PATRICK M. LIEDTKE
„Nächster Schaden kommt bestimmt“

Patrick M. Liedtke, Generalsekretär der Genfer Vereinigung für versicherungswissenschaftliche Studien, über die Folgen des 11.Septembers für die Finanzwirtschaft.

Die Genfer Vereinigung für versicherungswissenschaftliche Studien gibt heute eine umfassende Monographie über den 11. September und die Bedeutung für die Versicherungswirtschaft heraus. Geht daraus hervor, wie stark der Anschlag auf Amerika bis heute die Stabilität des Weltfinanzsystems beschädigt hat?

Der Angriff hat das Finanzsystem praktisch gar nicht beschädigt. Die Verluste an Börsenvolumen seit dem Hoch im März 2000 sind wesentlich gewichtiger.

Was kann die Finanzwelt aus der Katastrophe lernen?

Dass die Risikodiversifikation, also eine ausgeglichene Verteilung der Risiken, enorm wichtig ist. Festzuhalten ist, dass das System der Versicherung und der internationalen Rückversicherung funktioniert.

Was macht Sie da so sicher?

Vor dem Terroranschlag in Amerika hat niemand an ein solches Risiko gedacht, geschweige denn Versicherungsprämien dafür gezahlt. Und dennoch ist die Assekuranz in der Lage, für dieses spezifische Risiko 40 bis 50 Mrd. Dollar aufzubringen. Allerdings hat sich trotz der enormen Finanzierungsleistung gezeigt, dass es Grenzen für die Leistungsfähigkeit von rein privatwirtschaftlichen Versicherungslösungen gibt.

Würde die internationale Assekuranz neben Asbest-Schäden, WTC und den Naturkatastrophen einen weiteren Großschaden verkraften?

Mit Sicherheit. Der nächste Großschaden kommt bestimmt.



Die Fragen stellten Rita Lansch und Klaus C. Engelen.

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