Nachgefragt: Peter Huber
"Der US-Dollar kommt weiter unter die Räder"

Interview mit dem Peter Huber, Manager beim Fondsanbieter Star-Capital

Ist der Euro noch zu bremsen, Herr Huber?

Ich fürchte, nein. Denn verschiedene makroökonomische Fakten lassen mittelfristig eine weitere Schwäche des US-Dollars erwarten. Alle gesellschaftlichen Gruppen der USA leben auf Pump. Nach den Unternehmen und den privaten Haushalten jetzt auch der Staat. Finanziert wurde dieses Verhalten bisher vom Ausland, das jedes Jahr über 500 Milliarden Dollar nach Amerika überwiesen hat. Damit ist jetzt Schluss. Der Kapitaltransfer ist in Folge geringer Zinsen und schlechter Geschäftszahlen der Unternehmen aus den USA ins Stottern gekommen. Außerdem zeigt das Ende des Technologiebooms seine Wirkung. Mittlerweile drehen sich die Zahlungsströme zwischen dem Euroraum und den Vereinigten Staaten um, und der US-Dollar kommt weiter unter die Räder. Er könnte mehr an Wert verlieren, als viele Experten heute annehmen.

Wie können private Bondsanleger in Deutschland von der Schwäche des US-Dollars profitieren?

Ich sehe zurzeit keine Möglichkeiten für Privatanleger, von dem Sinkflug der amerikanischen Währung zu profitieren. Höchstens mit Terminkontrakten könnten Zusatzgewinne erzielt werden, aber das ist nur etwas für Anlageprofis. Fakt ist: Die Rahmenbedingungen am Anleihemarkt sind derzeit alles andere als attraktiv. Der Renditespread zwischen riskanten und sicheren Anleihen ist derzeit nicht groß genug. Das Risiko, das ein Anleger mit einer Emerging- Market- oder Unternehmensanleihe eingeht, wird nicht mehr ausreichend belohnt. Vergleicht man zudem die heutige Rendite einer Staatsanleihe mit früheren Zeitpunkten, dann wird deutlich, das wir uns im Zinstief befinden. Tendenziell könnten die Kapitalmarktzinsen eher wieder ansteigenen, da die expansive Geldpolitik der Notenbanken Inflationsängste schürt. Darauf reagieren viele Anleger sensibel.

Ihr Rentenfonds Star Cap Argos hat in einem Jahr eine Spitzenrendite von 13,66 % erreicht. Wie ist das möglich gewesen?

Der Löwenanteil dieses Fonds, rund 80 %, wurde in solide Regierungsanleihen aus dem Euroraum mit durchschnittlicher Laufzeit von etwa vier Jahren investiert. Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf Euroanleihen, nur 3,4 % des Fonds lauten auf US-Dollar. Aber auch Rohstoffwährungen wie der australische und der neuseeländische Dollar sind dem Portfolio beigemischt. 15 % sind in Anleihen geringerer Bonität investiert, darunter Emerging Markets wie Brasilien oder Venezuela, aber auch Anleihen aus dem Telekommunikationssektor. Diese spekulativen Investitionen haben zu hohen Kursgewinnen geführt und so zu der ungewöhnlich hohen Rendite des Star Cap Argos einen Großteil beigetragen.

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