NACHGEFRAGT: RAINER RIESS
Interview: „Wir können nicht den Job der Investoren machen“

Der Neue Markt feiert seinen fünften Geburtstag in einer schwierigen Phase. Wo wird er am 10. Geburtstag stehen?

Der Neue Markt feiert seinen fünften Geburtstag in einer schwierigen Phase. Wo wird er am 10. Geburtstag stehen?

Der Neue Markt wird weiterhin eine wichtige Finanzierungsrolle für junge innovative Wachstumsunternehmen spielen. Die hohen Transparenzvorschriften werden jetzt zum Teil durch das vierte Finanzmarktförderungsgesetz und verschiedene europäische Richtlinien gesetzlich verankert. Wir werden auch auf absehbare Zeit am Namen Neuer Markt festhalten.

Und wir werden in fünf Jahren wesentlich mehr gute Unternehmen am Neuen Markt haben. Was kann die Deutsche Börse tun, um für das Marktsegment wieder Vertrauen zu schaffen?

Deutsche Börse hat mit dem Neuen Markt in kurzer Zeit die strengsten Transparenzstandards in Europa geschaffen. Den Job der Investoren kann sie aber nicht übernehmen. Der Markt muss die Unternehmen aussortieren und Spreu vom Weizen trennen. Es ist Aufgabe der Unternehmen, durch gute Nachrichten und eine faire Kommunikation Vertrauen bei Anlegern zu schaffen. Entscheidend für den Anleger ist, dass die Standards auch durchgesetzt werden können.

Dem Auswahlindex Nemax 50 gehören derzeit noch Penny Stocks und Aktien insolventer Unternehmen an. Wäre insgesamt eine Verkleinerung auf einen Nemax 20 oder Nemax 30 nicht sinnvoll?

Es gibt zurzeit keine Pläne, den Nemax 50 zu verkleinern. Zumal auf den Index zahlreiche Derivate begeben sind. Eine Änderung wäre nicht einfach und nicht sinnvoll. Ausländische Emittenten und Investoren bleiben mittlerweile aus.

Wie wollen sie deren Interesse wieder erlangen?

Der Neue Markt ist das mit Abstand führende Wachstumssegment im europäischen Vergleich, mit mehr als 60 Prozent der Umsätze und 50 Prozent der Marktkapitalisierung in Wachstumswerten in Europa. Der Neue Markt wird weiter durch drei Argumente überzeugen: durch regulatorische Qualität und hohe Standards, durch den Zugang zu Xetra, eine der größten Handelsplattformen der Welt, und durch hinreichend große Peer Groups als Voraussetzung für sinnvolle vergleichende Analysen. Die Fragen stellten Josef Hofmann und Christian Schnell.

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