Nachgefragt: Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen: Koch: „In Frankfurt sitzt geballtes Know-how“

Nachgefragt: Roland Koch, Ministerpräsident von Hessen
Koch: „In Frankfurt sitzt geballtes Know-how“

Die Rhein-Main-Region hat nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten die Nase leicht vorne. Die Finanz- und Messemetropole wisse genau, wie Großveranstaltungen zu organisieren sind.

Herr Koch, vor zwei Tagen gab es eine Attacke auf die NOK-Geschäftsstelle in Frankfurt. Beunruhigt Sie das im Hinblick auf die Olympiabewerbung der Region?

Mir scheint es ein Anschlag militanter Olympiagegner zu sein, wie er überall auf der Welt vorkommen kann. Die Bewerbung von Frankfurt berührt das nicht.

Könnte es die Frankfurter Bewerbung aber berühren, dass es dort bisher kaum sportliche Großveranstaltungen gab?

Mit der Organisation von großen Sport-Events wie dem Radrennen "Rund um den Henninger Turm", dem Marathon und dem 2002 erstmals durchgeführten "Ironman", zu dem auf Anhieb 150 000 Zuschauer kamen, hat sich die Region einen guten Namen gemacht. Aber wir haben auch Veranstaltungen mit besonderem Flair - wie das berühmte Reitturnier im Schlosspark Biebrich.

Stört es Sie, dass Frankfurt in den verschiedenen Olympia-Rankings meist nur den letzten Platz belegte?

"Zufälligerweise" erscheinen diese Rankings in Medien, deren Verlagshäuser ihren Sitz in Hamburg haben. Ich bin überzeugt, dass sich das NOK nicht von solchen Dingen blenden lassen wird.

Schon zu Beginn der Bewerbung traten Kritiker auf den Plan. Steht die Region hinter der Olympiabewerbung?

Bei einer Umfrage votierten 84 Prozent der Bevölkerung in der Region für die Ausrichtung der Spiele. Mittlerweile haben sich schon mehr als 20 000 freiwillige Helfer gemeldet. Kritiker gibt es in allen Bewerberstädten.

An welche Stadt denken Sie da?

Bestes Beispiel ist doch Düsseldorf, wo sich Gegner der Spiele zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen und sogar ein Bürgerbegehren gestartet haben, um gegen die finanzielle Unterstützung der Stadt zu protestieren. Und trotzdem gibt es auch in Düsseldorf und Umgebung eine große Olympiabegeisterung.

In Ihrer Region wurde beklagt, dass die Konzentration auf den Wahlkampf der Bewerbung geschadet habe.

Nein, keinesfalls. Wir haben nur bewusst den Eindruck vermieden, mit Olympia Wahlkampf machen zu wollen. Aber schon am Wahlabend habe ich es mir nicht nehmen lassen, das Fackelmännchen als Symbol für Olympia 2012 am Revers zu tragen.

Wie groß sind Frankfurts Chancen auf den Zuschlag?

Ich bin optimistisch. Die Rhein-Main-Region hat meiner Ansicht nach die Nase leicht vorne, schließlich sitzt in der Finanz- und Messemetropole das geballte Know-how für die Organisation von Großveranstaltungen.

Wo sehen Sie die Vorteile Frankfurts?

Der wichtigste Vorteil ist die erstklassige Verkehrsanbindung. Kompetenz und die logistischen Voraussetzungen sind weitere Vorzüge: So bewältigen die Frankfurter mit der Buchmesse und der IAA bereits heute die Ausrichtung von zwei der weltgrößten Messen mit Bravour.

Ist eine Olympia-Bewerbung im großen Stil eigentlich mit der Haushaltslage der Stadt verantwortbar?

Die Landesregierung ist überzeugt, dass die Bewerbung eine Riesenchance für die Region ist, denn die Austragung der Spiele rechnet sich nicht nur finanziell, sondern gibt auch einen gewaltigen Infrastrukturschub.

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