Nachgefragt: Rolf Elgeti
„Die Börsen sind unterbewertet“

Mehr Chancen als Risiken an den Börsen sieht derzeit Rolf Elgeti, Anleihen- und Aktienstratege bei der Commerzbank. Der Markt glaube nur nicht daran.

Überwiegen zurzeit die Chancen oder die Risiken auf den Wertpapiermärkten?

An den Börsen überwiegen zurzeit die Chancen. Die Datenlage ist gut, sowohl von der markoökonomischen Seite als auch von den Gewinnschätzungen der Unternehmen her. Auch die vorausschauenden Daten wie Auftragseingänge sollten optimistisch stimmen. Eine Stabilisierung ist seit drei bis vier Monaten fest zu stellen, aber die Aktien fallen weiter. Daraus schließe ich, dass es Potenzial nach oben gibt.

Das Problem ist nur, dass der Markt nicht glaubt, dass es zu Gewinnsteigerungen kommen wird. Daher sind die Märkte noch unterbewertet.

Die Frage ist: Was kann die Börsen jetzt beleben? Wichtig ist eine solide Berichtssaison für das zweite Quartal. Daher kann man mit einer Belebung in den kommenden vier bis fünf Wochen rechnen. Vor allem bei den Titeln der Old Economy werden wir positive Überraschungen erleben.

Trotz der guten Nachrichten, die es bereits von den Zyklikern gab, wird die Stimmung von der schlechten Performance der Telekom-Werte überschattet. Die Anleger ziehen offensichtlich den Schluss, dass es den anderen Unternehmen auch schlecht gehen muss, nur weil Telekom-Titel so stark verlieren.

Welche Branchen favorisieren Sie zur Zeit?

Das sind vor allem Industriewerte aus der Old-Economy. Zykliker wie Siemens, ABB, oder auch MAN. Gute Erwartungen haben wir auch für die zyklischen Werte aus dem MDax. Hier könnte man zum Beispiel Rheinmetall nennen. Aus dem Bereich Telekommunikation, Technologie und Medien sollten Anleger eine Sparte im Portfolio haben. Wir favorisieren hier die Telekom-Werte. Auf Zwölf-Monats-Sicht sind dies durchaus attraktive Titel.

Wo sehen Sie den Deutschen Aktienindex am Ende der Jahres?

Der Dax wird am Jahresende vermutlich bei 5 200 Punkten liegen.

Rolf Elgeti ist Anleihen- und Aktienstratege bei der Commerzbank in London. Das Gespräch führte Anne-Barbara Köhler, Handelsblatt.

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