Nachgefragt: Tim Meckenstock, Mitarbeiter im Bereich Securitized Products bei Dresdner Kleinwort Wasserstein
„Privatanleger greifen zu Zertifikaten"

Was ist von Kombinationsstrategien mit Optionen zu halten?

Kombinationsstrategien bieten dem Investor die Möglichkeit, effizient und gezielt die eigene Markterwartung umzusetzen. Je nach dessen Einschätzung und dem Bewertungsniveau als auch hinsichtlich der Meinung zur Volatilität kann sich der Anleger entsprechend positionieren.

Welches sind die bekanntesten Strategien?

Das sind eindeutig Call- und Put-Spreads. Anleger, die mit nur moderat steigenden Kursen einer Aktie in den nächsten sechs Monaten rechnen, erwerben einen sechsmonatigen Call mit einem niedrigen Basispreis und verkaufen gleichzeitig einen sechsmonatigen Call mit höherem Basispreis. Im Gegensatz dazu macht der Kauf eines Put-Spreads für einen Anleger dann Sinn, wenn er von moderat fallenden Kursen einer Aktie ausgeht.

Bieten sich solche Strategien auch für private Anleger an?

Da die wenigsten privaten Anleger uneingeschränkten Zusatz zu Terminbörsen haben, greifen sie auf strukturierte Produkte zurück, die Kombinationsstrategien abbilden - so auf Discount- oder auf Sprinter-Zertifikate. Vor allem Discount-Zertifikate sind stark gefragt.

Worin liegt deren Reiz?

Diese Produkte bestehen ökonomisch betrachtet aus dem Kauf einer Aktie und dem Verkauf eines Calls auf diese Aktie. Durch den Verkauf des Calls erhält der Anleger die Optionsprämie "gutgeschrieben". Das Discount-Zertifikat ist daher günstiger als ein Direktinvestment. Für den Fall, dass der Basiswert unterhalb des so genannten Cap-Niveaus - sprich: des Basispreises des verkauften Calls - notiert, konvergieren gegen Ende der Laufzeit der Wert des Zertifikats und des Basiswerts, da sich die Optionsprämie im Zeitablauf immer weiter abbaut.

Welche Kombinationsstrategien mit Optionen werden von professionellen Marktteilnehmern am häufigsten genutzt?

Eine generelle Aussage ist hier nicht möglich. Je nach Risikoprofil des Marktteilnehmers werden unterschiedliche Strategien verfolgt. Ein konservativer Anleger wird sicherlich eher dazu tendieren, kombinierte Optionsstrategien zum Kapitalerhalt zu nutzen, um ein bestehendes Portfolio abzusichern. Ein spekulativer Marktteilnehmer wird dagegen eher versuchen, Marktineffizienzen für sich möglichst profitabel zu nutzen, indem er durch den Einsatz von Optionen seine Position vergrößert, ohne dabei zu viel Kapital zu binden. In beiden Fällen werden die Strategien dieser zwei Teilnehmer - im übrigen auch im Falle einer ähnlichen Markteinschätzung - unterschiedlich in verschiedenen Optionspositionen umgesetzt.

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