Nachgefragt: Torsten Zibell: E-Trade-Vorstand: „Wir werden unterschätzt“

Nachgefragt: Torsten Zibell
E-Trade-Vorstand: „Wir werden unterschätzt“

"Die Marktumstände könnten derzeit gewiss besser sein. Aber wir haben einen langen Atem", sagt E-Trade-Vorstand Zibell. Im November 2001 hat die Tochter des weltweit zweitgrößten Brokers ihren Online-Auftritt in Deutschland gestartet.

Handelsblatt: Vor E-Trade sind schon andere ausländische Anbieter gescheitert. Kommt E-Trade nicht auch viel zu spät?

Torsten Zibell: Wir sind spät-aber nicht zu spät. Die Marktumstände könnten derzeit gewiss besser sein. Aber wir haben einen langen Atem. Denn unsere Mutter ist der zweitgrößte Broker der Welt und wir nutzen die weltweite Erfahrung und Skalierbarkeit. Deutschland ist für Direktbroker immer noch ein wichtiger Wachstumsmarkt. E-Trade will an diesem Wachstum teilhaben.

Handelsblatt: Wettbewerber wie Comdirect und vor Consors stecken in einer tiefen Krise. Consors steht gar zum Verkauf. Wär das nichts für Sie?

Torsten Zibell: Gerüchte und Spekulationen dieser Art kommentieren wir nicht. Grundsätzlich hat E-Trade weltweit in den letzten zwei Jahren rund 18 Unternehmen gekauft und wird jede Gelegenheit prüfen.

Handelsblatt: Bei ihrem Marktstart war zu lesen, dass Sie auf den bekannten Markennamen von E-Trade setzen. Doch außerhalb der Szene kennt Sie doch niemand?

Torsten Zibell: Die erfahrenen Kunden kennen E-Trade schon. Investoren, die sich grundsätzlich für Online-Wertpapierhandel interessieren, wird E-Trade zukünftig durch angemessenes Marketing ein Begriff werden. Doch derzeit liegt der Schwerpunkt aber auf dem Produktangebot. Das Marketing soll erst bei einer besseren Börsenlage ausgeweitet werden.

Handelsblatt: Was unterscheidet Sie denn von den Wettbewerbern?

Torsten Zibell: Auf Grund unserer weltweiten Erfahrung und Infrastruktur, sowie der hohen Skalierbarkeit ergeben sich Kostenvorteile, die unseren Kunden zugute kommen. Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil.

Handelsblatt: Warum sprechen Wettbewerber und Analysten Ihnen dann aber keine großen Chancen auf dem deutschen Markt zu?

Torsten Zibell: Wir werden unterschätzt. Das ist für uns eher Ansporn. Niemand sollte uns vorschnell abschreiben.

Die Fragen stellte Holger Alich.

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