NACHGEFRAGT: ULF BÖGE: Böge: “Ich bewerte den Markt aus Verbrauchersicht“

NACHGEFRAGT: ULF BÖGE
Böge: “Ich bewerte den Markt aus Verbrauchersicht“

Herr Böge, Sie haben die Übernahme der Ruhrgas AG durch Eon untersagt. Haben die Unternehmen sich Ihnen gegenüber hinsichtlich wettbewerbsrechtlicher Auflagen kooperativ gezeigt?

Für die Unternehmen sind Auflagen immer eine schmerzhafte Entscheidung. Die gemachten Zusagen sind in wettbewerbsrechtlicher Hinsicht von untergeordneter Bedeutung gewesen. Eon und Ruhrgas setzen, wie ich gestern gelesen habe, offenbar auf die Ministererlaubnis. Die Entscheidungen der Wirtschaftsminister sind in der Vergangenheit in der Regel aber mit empfindlichen Auflagen verbunden gewesen. Der Wirtschaftsminister wird auch Wettbewerbseinschränkungen berücksichtigen.

Warum werden für Strom- und Gasfusionen unterschiedliche relevante Märkte zu Grunde gelegt?

Beim Strom unterstellen wir einen bundesweiten Durchleitungswettbewerb. Die Gasbranche ist davon noch weit entfernt. Die Verbändevereinbarung Gas muss nachhaltig verbessert werden. Ich bewerte den gesamten Markt aus Verbrauchersicht. Der Endkunde braucht Spielräume in der Auswahl der Lieferanten. Für ihn ist es zunächst unerheblich, wie hart der internationale Konkurrenzdruck ausfällt.

Wenn Eon Ruhrgas nicht übernehmen dürfte, würde auch die Öl-Fusion von BP und Veba Oel Aral scheitern. Welche Konsequenzen hätte das für die Auflagen der Ölehe von RWE/Dea und Shell?

Das ist zunächst eine akademische Frage. Sollte der Öldeal zwischen BP und Eon als Gegengeschäft der Ruhrgas-Übernahme durch Eon platzen, dann sieht die Konzentration auf den Mineralölmärkten anders aus. Wir haben für diesen Fall RWE/Dea und Shell bereits Nachbesserungsmöglichkeiten eingeräumt. Sie müssten dann weniger Tankstellen verkaufen.

Wie wird das Bundeskartellamt Fusionsabsichten anderer Marktteilnehmer - etwa RWE und Wintershall - beurteilen?

Wir würden solche Anträge den gleichen Kriterien unterwerfen. Es gälten die gleichen Maßstäbe für die Prüfung der Frage, ob das wettbewerbsrechtlich zulässig wäre.

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