Nachgefragt: Uwe Lüders

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Nachgefragt: Uwe Lüders

Herr Lüders, Buderus ist trotz der schlechten Baukonjunktur auf Wachstumskurs. Was ist Ihr Geheimrezept?

Von Geheimrezept kann keine Rede sein. Tatsächlich entfallen nur 20 % des Umsatzes mit Heizungsprodukten auf das konjunkturabhängige Neubaugeschäft; 80 % erzielen wir im stabilen Ersatzgeschäft. Dieser Bereich wird mit steigenden Energiepreisen und strengeren Umweltrichtlinien weiter wachsen. Buderus wird daher losgelöst von der Baubranche seinen Aufwärtstrend fortsetzen.

Sie wollen in den kommenden Jahren im Schnitt um 10 % wachsen. Haben Sie die Messlatte nicht zu hoch gehängt?

Das ist ein realistisches Ziel. Je zur Hälfte wollen wir es aus eigener Kraft und durch Zukäufe erreichen. Das heißt: Ausbau unserer starken Position im europäischen Markt für Heizungsprodukte und selektiver Ausbau der attraktiven Nischenpositionen bei Guss- und Edelstahlerzeugnissen. Das Ziel für das interne Wachstum werden wir 2001 leicht übertreffen.

Häufig gehen kräftige Umsatzsteigerungen einher mit sinkenden Erträgen. Wie steuern Sie gegen?

Wir werden nur dann investieren oder akquirieren, wenn die Rendite auf das eingesetzte Kapital größer ist als die Kosten dieses Kapitals. Wir sind nicht bereit, eine Verwässerung unseres Ergebnisses infolge von Akquisitionen zu tolerieren. Jede Akquisition sollte spätestens im zweiten Jahr zu einer Verbesserung des Ergebnisses je Aktie beitragen. Im Übrigen akzeptieren wir keine Abstriche an unserer strikten Kostenkontrolle.

Könnten Sie ihren Wachstumskurs unter einem neuen Dach beibehalten?

Unsere Kunden in der Heiztechnik sind überwiegend kleinere und mittelständische Firmen. Nach allem, was ich im Markt so höre, wären diese Kunden mit einem Großkonzern als Lieferanten nicht so glücklich.

Der Baukonzern Bilfinger Berger ist mit einem 28,5 %-Anteil größter Buderus-Aktionär. Wie entwickeln sich die Gespräche mit Bilfinger über eine Zusammenarbeit?

Wir haben die Möglichkeit einer strategischen Zusammenarbeit geprüft und sind gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass es nur geringe Synergien gibt. Wir haben den Eindruck, dass Bilfinger den Anteil als Finanzbeteiligung hält, und wünschen uns, dass Bilfinger den Anteil weiter behält.

Die Fragen stellte Jens Koenen.

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