Nachgefragt: VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder
„Der Kanzler sollte Phaeton oder Audi fahren“

Geht es nach VW-Chef Bernd Pischetsrieder wird der Konzern in Zukunft mehr Nischenmodelle anbieten. Dabei denkt er vor allem an Minivans, Offroader und Kombinationen daraus sowie offene Autos mit zwei und vier Sitzen.

Herr Pischetsrieder, soll der Kanzler künftig im VW Phaeton oder im Audi A8 unterwegs sein?

Natürlich empfehle ich ihm, zum richtigen Anlass das richtige Auto zu fahren. Das ist dann in Berlin vielleicht der Phaeton. Wenn er jedoch im Süden Deutschlands weilt, sollte es vielleicht der Audi sein.

Im Ernst: Droht nicht die Gefahr, dass sich der Konzern im Premiumbereich selbst kannibalisiert?

Nein. Die Zielgruppen sind extrem unterschiedlich. Käufer, die sich in der Oberklasse für einen Volkswagen entscheiden, werden keine S-Klasse oder einen Audi fahren. Sie kaufen diese etablierten Luxusmarken dezidiert nicht. Für traditionelle Oberklassefahrzeuge wird der Weltmarkt auf rund 250 000 Autos geschätzt, auf die Preisklasse bezogen ist er mehr als doppelt so groß. Und ich denke, dass dort auch die Chancen für den Phaeton liegen.

Welchen Marktanteil erwarten Sie denn in der Oberklasse?

Da vom Phaeton und vom Touareg wichtige Varianten erst im Laufe von 2003 auf den Markt kommen, werden wir den Volumenerfolg erst 2004 messen können. Dann möchten wir vom Phaeton, A8 und vom Touareg zusammen mindestens 100 000 Wagen verkaufen.

Was lockt am Luxussegment?

Es ist das rentabelste Segment. Es ist aber vor allem für die Marke Volkswagen wichtig. Wir glauben, dass wir uns von Wettbewerbern in Frankreich und Japan durch die Qualität des Designs und der Kundendienstleistung abheben.

Was wird sich an der Modellpolitik im VW-Konzern ändern?

Wir sind zurzeit in 75 Prozent der Segmente präsent, Ziel sind 85 bis 90 Prozent. Zugleich müssen wir aber die Ertragskraft von einzelnen Modellen straffen. Es ist jedoch eine Fehlinterpretation, dass ich keinen Nachfolger für den VW Lupo und den Audi A2 haben will. Natürlich müssen wir unterhalb des Polo auch künftig vertreten sein. Diese Wagen müssen völlig anders positioniert und rentabler werden sowie mehr Kundennutzen bieten.

Sie fordern mehr Nischenmodelle. Woran denken Sie dabei an erster Stelle?

Vorstellen kann ich mir mehr Minivans, Offroader und Kombinationen daraus sowie offene Autos mit zwei und vier Sitzen. Wagen, die Spaß vermitteln und hohen Nutzwert bringen.

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