Nachgefragt: Wilfried Straub, Geschäftsführer der DFL
Straub: „Schwachstelle im System“

Herr Straub, wie kann sich die DFL gegen Alleingänge von Klubs wie Bayern München, das heimlich mit Kirch paktierte, wehren?

Von unseren Statuten sind alle diejenigen Vorgänge betroffen, die aus übergeordneten Gründen, insbesondere zum Schutz der Integrität des Wettbewerbs, der Liga offen zu legen sind. Wenn statuarisch verankerte Offenlegungspflichten verletzt werden, drohen dem jeweiligen Klub Sanktionen.

Wie kann die DFL nicht nur innerhalb der Bundesliga, sondern auch gegenüber der Öffentlichkeit für mehr Transparenz in Finanzfragen sorgen?

Die meisten unserer Lizenznehmer sind nicht publizitätspflichtig. Der Ligaverband als Lizenzgeber ist verpflichtet, die in Bezug auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhaltenen Informationen vertraulich zu behandeln. Dennoch wollen wir in Kürze über die finanzielle Lage der Ersten und Zweiten Liga in aggregierter Form berichten.

Welche Möglichkeiten haben Sie, bereits bei der Lizenzvergabe ein solideres Geschäftsgebaren der Klubs einzufordern? Werden Sie die Kontrollmechanismen verstärken?

Unser Lizenzierungsverfahren soll sicherstellen, dass die zugelassenen Klubs die Spielzeit, für die sie eine Lizenz erhalten, finanziell überstehen können. Bislang hat sich dieses Verfahren bewährt. Noch nie ist ein Profiklub in der laufenden Spielzeit insolvent geworden.

Welches Instrumentarium steht ihnen als Kontrollinstanz darüber hinaus noch zur Verfügung?

Klubs, die ihre Lizenz nur nach Erfüllung von Bedingungen erhalten haben oder deren Eigenkapital negativ ist, erhalten eine Lizenz nur mit Auflagen, die sie auch verpflichten, monatliche Soll-Ist-Vergleiche bei der Deutschen Fußball-Liga einzureichen.

Was wollen Sie damit erreichen?

Dies ist eine Art Frühwarnsystem. Wir streben an, in Zukunft alle Klubs bei der Lizenzerteilung mit dieser Auflage zu versehen. Wir haben erkannt, dass wir über unzureichende Kontrollmechanismen verfügen, wenn wir einem Klub erst einmal eine Lizenz ohne Auflagen erteilt haben. Dies ist sicher eine Schwachstelle im System.

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