Nachgefragt
„Wir werden den Markt befragen“

Fünf Fragen zum Thema UMTS an Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post.

Vier UMTS-Lizenznehmer werden wohl bis zum Jahresende die Lizenzauflagen erfüllen und 25 Prozent der Bevölkerung mit ihrem UMTS-Netz abdecken. Quam und Mobilcom sind allerdings auf der Strecke geblieben und müssen die Lizenzgebühr abschreiben. Wann müssen sie ihre Lizenz zurückgeben?

Wir werden Anfang 2004 überprüfen, in welchem Umfang die UMTS-Unternehmen die Lizenzauflagen erfüllt haben. Sollte das ein oder andere Unternehmen gegen die Auflagen verstoßen, werden wir weitere Schritte - bis hin zum möglichen Widerruf der Frequenzzuteilung - einleiten.

Wie sieht so eine Prüfung aus?

Wir werden einerseits das Kartenmaterial der UMTS-Unternehmen prüfen. Andererseits werden wir den erforderlichen UMTSVersorgungsgrad stichprobenartig vor Ort kontrollieren.

Was passiert, wenn die Lizenzen dann zurückgegeben werden?

Wenn wir Frequenzzuteilungen widerrufen sollten, werden wir - sobald diese Frequenzen rechtmäßig wieder in unserem Besitz sind - zur weiteren Vorgehensweise eine Marktabfrage starten.

Ein Ergebnis ist doch heute schon klar: Die verbliebenen UMTS-Anbieter wollen keinen neuen Konkurrenten, der ganz billig an eine UMTS-Lizenz kommt. Denn bei einer erneuten Versteigerung wird die Lizenz keine 8,4 Mrd. Euro mehr kosten wie bei der Versteigerung im August 2000.

Die Frage des Zugriffs auf diese Frequenzen wird im Rahmen der Marktabfrage zu beantworten sein. Eine Vorentscheidung der Behörde gibt es nicht.

Wann werden die Frequenzen von Quam und Mobilcom neu aufgeteilt? Welches Szenario halten Sie für wahrscheinlich?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn der Markt zu der Ansicht kommt, dass aktuell kein Bedarf an zusätzlichen Frequenzen besteht, werden wir dieses Spektrum wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt - unter Umständen zusammen mit weiteren Frequenzen - dem Markt zur Verfügung stellen. Sollten die Unternehmen aber die Auffassung vertreten, dass schon jetzt ein unmittelbarer Frequenzbedarf besteht, so können wir diesem natürlich auch unmittelbar gerecht werden und das unter Umständen frei gewordene Spektrum schnell wieder anbieten.

Die Fragen stellte Katharina Slodczyk.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%