Nachgefragt: Wolfgang Stolz
"Spielraum nicht einschränken"

Interview mit Wolfgang Stolz, Vorstandsmitglied von UBS Warburg in Frankfurt

Finanzminister Eichel hat angekündigt, die Schranken für Hedge Funds in Deutschland abzubauen. Wie werten Sie diese Initiative?

Hedge Funds und deren auf absoluten Return abzielende Strategien sind integraler Bestandteil effizienter Finanzmärkte. Jede Initiative, den Finanzplatz Deutschland zu stärken und Investoren Zugang zu Produkten der Hedge-Funds-Manager zu ermöglichen und die Ansiedlung von Hedge Funds in Deutschland zu fördern, ist zu begrüßen.

Wie weit sollte die geplante Liberalisierung gehen?

Hedge Funds sind gerade durch den uneingeschränkten Einsatz von Risikomanagementstrategien und wegen geringer oder gar nicht vorhandener Beschränkungen erfolgreich. Je größer der Spielraum, umso schneller und effizienter können Hedge Funds auf Marktgegebenheiten reagieren. Somit ist die Flexibilität, moderne Finanzinstrumente je nach Belieben einzusetzen, ein Erfolgskriterium. Ein zu enges Regelwerk wirkt kontraproduktiv. Auch Anlegerschutz-Aspekte sind zu beachten.

Sind unterschiedliche Regeln für institutionelle und private Investoren sinnvoll?

Denkbar sind liberalere Vorgaben für Hedge-Funds-Investment von Institutionellen. Produkte für Privatinvestoren sollten bestimmten Mindestkriterien entsprechen.

Wo wird die deutsche Finanzwelt Hedge-Funds-Einheiten ansiedeln? Auf der Bankenseite oder bei den Kapitalanlagegesellschaften?

Diese Diskussion wird intensiv geführt. In beiden Welten gibt es Ansatzpunkte. Einzelne Vertreter auf der Bankenseite haben sich bereits tief gehende Expertise aufgebaut und erfolgreich Produkte angeboten. Für Kapitalanlagegesellschaften gelten bisher klare Vorschriften, die bestimmte Stilansätze von Hedge Funds in Investmentfonds nicht erlauben. Die Zulassung derartiger Strategien hätte in der Vergangenheit jedoch klare Effizienzen für Fonds-Portfolios gebracht. Zu bedenken ist: Investmentfonds haben bisher keine Erfahrung in der Selektion und im Management der Hedge Funds.

Wie bereitet sich Ihre Bank auf die neue Hedge-Funds-Ära vor?

Als globale Investmentbank haben wir bereits über sechs Jahre Expertise aufgebaut und Produktlösungen offeriert. Wir verfügen über ausgezeichnete Kontakte zu Hedge-Funds-Managern. Diese Erfahrungen bringen wir in die momentane Diskussion mit dem Finanzministerium und den Interessenvertretern in Deutschland ein. Im Zusammenhang mit HedgeFunds-Produkten erweitert sich die Dienstleistungstiefe ständig.

UBS Warburg verfolgt die Idee eines Hedge-Fund-Hotels. Wie ist ein solches Hotel ausgestattet?

Diese Beschreibung ist vor allem bildlicher Natur. Bei der Zulassung von Hedge Funds in Deutschland, wird eine große Nachfrage nach Diensten rund um die Gründung bestehen. Zudem werden PrimeBrokerage-Dienste - also Ausführung und Abwicklung von Handelsgeschäften - nachgefragt. Diese Leistungen wollen wir bieten.

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