Nachgefragt: Yoon-Woo Lee
"Flachbild-Ferseher kommen"

Yoon-Woo Lee, verantwortet das Halbleitergeschäft und die Bildschirmsparte als President & CEO bei Samsung Electronics. Handelsblatt sprach mit ihm über die Zukunft der Branche und technologische Trends.

Die Branche darbt, aber Sie machen mit Speicherchips gute Gewinne. Was machen sie besser als die Konkurrenz?

Unser Produktportfolio ist stärker diversifiziert. Die Preise für Speicher-Chips liegen immer noch niedrig. Doch bei aufwändigeren Double-Data-Chips (DDRAMs) haben Nachfrage und Preise etwas angezogen; wir schichten stark in dieses Segment um.

Was erwarten Sie vom nächsten Jahr?

Das vierte Quartal ist nicht so gut wie erwartet, aber wir sehen eine gewisse Erholung, vor allem dank der DDRAms. Für 2003 rechnen wir anfänglich mit einem Nachfragerückgang, aber keinem starken. In der zweiten Jahreshälfte hoffen wir auf einen merklichen Aufschwung. Der Übergang zur Pentium 4-Generation eröffnet große Chancen. Wir glauben, dass Unternehmen dann endlich ihre IT-Investitionen hochfahren und anfangen, alte PC gegen neue auszutauschen.

Analysten sorgen sich aber auch vor einem Überangebot.

Da sehe ich keine große Gefahr. Die Konsolidierung in der Branche hat bereits Kapazitäten reduziert. Und derzeit kann sich so gut wie niemand leisten, Kapazitäten auszubauen.

Wie wollen Sie trotz eines unsicheren Marktes auch in Zukunft so profitabel bleiben?

Wir arbeiten hart an der Diversifizierung unses Produktportfolios, weg vom PC-Segment, hin zu hochwertigen Komponenten für Mobilfunk und Unterhaltungselektronik. Wir wollen unseren durchschnittlichen Verkaufspreis (ASP) um 30 bis 40% über das Niveau bringen, das wir derzeit mit PC-Komponenten erzielen. Auch die Kosten werden wir weiter senken. Der Übergang zur Chip-Fertigung mit 300-Millimeter-Silikonscheiben bietet immense Einsparmöglichkeiten.

Bei TFT-LCD-Flachbildschirmen ist die Euphorie vom Jahresanfang verflogen. Hat der Preissturz bald ein Ende?

Damit sich ein Massenmarkt entwickelt, müssen die Preise mit der Zeit herunter kommen. Aber sie sind zu schnell zu stark gefallen. Der Markt wird sich jedoch stabilisieren, und langfristig bietet er enorme Chancen. Für Computerbildschirme wird sich TFT-LCD innerhalb von fünf Jahren weltweit zum Standard entwickeln, in Japan ist es schon so weit. Und ab 2004 wird auch bei Fernsehern ein Flachbildschirm-Boom einsetzen.

Auf welches Niveau müssen die TFT-LCD Preise runter, damit ein Massenmarkt entsteht?

Wir streben zehn Dollar pro Inch an. Das wird aber eine Weile dauern.

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