Nachhaltige Verbesserung der Rentabilität
T-Online-Chef bekommt Streicheleinheiten

Für die nachhaltige Verbesserung seiner Rentabilität hat T-Online auf seiner dritten Hauptversammlung trotz weiterhin schwacher Aktienkursentwicklung Lob von den Aktionären erhalten. Kritik wurde bei dem dreistündigen Treffen, an dem rund 2000 Aktionäre teilnahmen, an der milliardenschweren Bar-Reserve des größten europäischen Internet-Anbieters laut.

Reuters KÖLN. "Die Entwicklung geht in die richtige Richtung", sagte Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre mit Blick auf das seit zehn Quartalen ansteigende operative Ergebnis am Mittwoch in Köln. Vorstand und Aufsichtsrat könne erneut Entlastung erteilt werden. Für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte Hans-Richard Schmitz, T-Online habe seine Ziele erfüllt, "etwas was in der New Economy alles andere als selbstverständlich ist". T-Online-Chef Thomas Holtrop äußerte sich zuversichtlich, dass der Internet-Anbieter trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes weiterhin profitabel wachsen werde.

Aktionäre wollen Dividende

Die fortgesetzte Verbesserung der Geschäftslage nahmen mehrere Aktionäre zum Anlass, die Ausschüttung einer Dividende zu fordern, obwohl T-Online im Geschäftsjahr 2002 unter dem Strich noch knapp 460 Mill. ? Verlust verbuchte. Spätestens 2004 will T-Online einen Nettogewinn erwirtschaften. Beifall erntete der seit Anfang 2001 amtierende Vorstandschef Holtrop für die Offenlegung seines jährlichen Grundgehalts in Höhe von 700 000 ?. "Das war ein mutiger Schritt", sagte ein Kleinaktionär. Holtrop war mit der Veröffentlichung seines Gehalts dem Aufsichtsratsvorsitzenden von T-Online und Vorstandschef des Mutterkonzerns Deutsche Telekom, Kai-Uwe Ricke, gefolgt. Ricke hatte nach heftiger Kritik an der Vergütungspraxis bei der Telekom kürzlich sein Jahresgehalt offen gelegt und mit 1,25 Mill. ? beziffert.

Holtrop gibt sich zuversichtlich

Profitables Wachstum hält Holtrop weiterhin für möglich. Für 2003 hatte T-Online bereits ein Plus beim Kundenstamm um gut eine Million auf 13,2 Mill. Nutzer und eine deutliche Verbesserung beim operativen Ergebnis (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) in Aussicht gestellt. "Wir sind zuversichtlich, dass sich unser erfolgreiches Geschäftsmodell und unsere operative Performance zukünftig auch in unserem Aktienkurs niederschlagen werden", sagte Holtrop.

Über die Aktienkursentwicklung in den zurückliegenden zwölf Monaten äußerte er sich enttäuscht, nachdem er sich bereits auf der letztjährigen Hauptversammlung vor den damals rund 2600 Aktionären zuversichtlich über einen Kursanstieg geäußert hatte. Im Jahresvergleich lag die Börsennotiz der T-Online-Aktien am Mittwoch mit rund sieben Euro deutlich unter dem Kurs zur Hauptversammlung 2002, als die Aktien mit rund elf Euro an der Börse gehandelt wurden. Die zu rund 72 % in der Hand der Mutter Telekom befindlichen T-Online-Aktien waren im April 2000 für 27 ? an die Börse gebracht worden.

Kritik an Eigenkapitalquote

Mehrfach wurde von Anteilseignern und Aktionären Kritik an dem hohen Barmittelbestand bei T-Online laut. "Die Eigenkapitalquote (99,9 %) ist gigantisch", kritisierte Aktionärsschützer Labryga mit Blick auf niedrige Zinssätze für Fremdkapital. "Dies könnte man auch für ideenlos halten", sagte Labryga. 3,4 Mrd. ? des Kassenbestands von 3,78 Mrd. ? waren Ende März 2003 bei der Mutter Telekom geparkt. T-Online-Chef Holtrop rechtfertigte die hohe Barreserve damit, dass man im europäischen Ausland noch durch Zukäufe wachsen wolle. Er bekräftigte jedoch erneut seine Ansicht, dass der europäische Internet-Markt noch nicht reif für eine Konsolidierung sei. "Wir können ruhig zuschauen", sagte er.

Mit der Stimmenmehrheit der Telekom wurden Vorstand und Aufsichtsrat auf der bislang kürzesten Hauptversammlung in der Firmengeschichte erwartungsgemäß mit mehr als 99 % des anwesenden Kapitals entlastet.

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