Nachhilfe für Lehrer

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Nachhilfe für Lehrer

Wenigstens in einem Punkt scheint Deutschland besser zu sein als andere Länder in der Europäischen Union. In Deutschland sind, im Gegensatz zu den EU-Nachbarn, mittlerweile alle Schulen am Netz.

Noch diskutieren Politiker und Pädagogen über die Pisa-Studie, die deutschen Schülern ein unappetitlich schlechtes Zeugnis ausgestellt hatte. Doch in einem Punkt ist die Schmach wett gemacht. Glaubt man der Bonner Initiative Schulen ans Netz e.V. , die vom Bundesbildungsministerium und der Deutschen Telekom unterstützt wird, dann nimmt Deutschland einen vorderen Platz in der Liga der elektronisch vernetzten Schulen ein. In Deutschland sind seit Herbst alle Schulen am Netz.

Auf europäischer Ebene sieht das ganz anders aus. Die Regierungschefs der Europäischen Union hatten im März 2000 auf ihrem Gipfel in Lissabon beschlossen, "dass bis Ende 2001 alle Schulen in der Union Zugang zum Internet und zu Multimedia-Material haben und dass alle hierfür erforderlichen Lehrer bis Ende 2002 im Umgang mit dem Internet und mit Multimedia-Material geschult sind." Zumindest sollten die Mitgliedsstaaten dafür Sorge tragen.

Doch dieses Ziel ist nicht erreicht, gibt EU-Kommissar Erkki Liikanen unumwunden zu. Erst knapp 90 Prozent aller Schulen seien am Netz, heißt es im eEurope-Benchmarking-Bericht 2002. Zudem gibt es einfach nicht genügend Computer an den Schulen, um das Internet zu nutzen.

Derweil bereitet sich die Bonner Initiative auf den nächsten Schritt vor. Was nützt es, wenn alle Schulen online sind, die Lehrer aber keinen blassen Schimmer vom Internet haben? Deshalb werden ab Mai zunächst vier Pädagogen Schulen besuchen, um die Lehrer auf das Internetzeitalter einzuschwören. Lehrer scheinen in diesem Punkt Nachhilfe nötiger zu haben als viele Schüler.

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